Die Tradition der Offenheit

20. November 2001, 20:04
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Branford Marsalis am Mittwoch und Donnerstag im Reigen

Wien - Branford stammt aus einer Dynastie, die sich der Tradition des Jazz verschrieben hat, der stolzen Marsalis-Dynastie. Doch ist Branford Marsalis ein wenig anders als die anderen Familienmitglieder. Besonders im Vergleich zum etwas berühmteren Bruder und Trompeter Wynton Marsalis, der für den Neotraditionalismus-Trend der letzten 15 Jahre verantwortlich zeichnet.

Branford nämlich, einer der wesentlichen Tenor-und Sopransaxophonisten unserer Zeit, ist im Gegensatz zu seinem Bruder ein offenes Kerlchen, das etwa auf die Popmusik keinesfalls böse ist. Die mag ja Bruder Wynton gar nicht. Branford aber spielte auch bei Sting, und er interessiert sich auch für den poppigen Zeitgeist. Er integriert auch dessen Sounds in seine Konzepte. Damit ist er Teil einer Gruppe von Leuten, die den Jazz in das neue Jahrhundert tragen. Seine Improvisationen sind natürlich wie bei allen Tenoristen von Gigant John Coltrane beeinflusst.

Darüber hinaus ist er auch ein allgemein gebildeter Musiker, der zuletzt auch Klassiker von Milhaud, Ravel und Debussy aufgenommen hat. Sein Quartett besteht übrigens aus Joey Calderazzo (p), Jeff Tain Watts (dr) und Eric Revis (b).
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21. 11. 2001)

 Von
 Ljubisa
 Tosic




Reigen,
Wien 14.,
Hadikgasse 62,
894 00 94.

21. + 22. 11.
21.00 Uhr
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