Gusenbauer: SPD-Hilfe gegen Temelín

20. November 2001, 19:01
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"Proeuropäischen Kurs beibehalten"

Bei seinem Gastauftritt auf dem SPD-Parteitag in Nürnberg forderte SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer Hilfe der deutschen Genossen ein. Ohne Temelín namentlich zu erwähnen, sagte Gusenbauer: "Wir wollen die höchst möglichen Sicherheitsstandards nicht nur bei bestehenden, sondern auch bei neuen Kernkraftwerken. Wir zählen auf Eure Unterstützung, dass wir dieses Problem bewältigen."

Ohne die österreichische Regierung konkret zu nennen, meinte der SPÖ-Chef: Es gebe einige, die mit Veto drohten wegen der Kernenergienutzung. "Wir Sozialdemokraten dürfen uns von der Vetodiskussion nicht infizieren lassen. Wir müssen den proeuropäischen Kurs beibehalten." Verklausuliert kritisierte Gusenbauer auch die Treffen der großen EU-Staaten. "Wir sollten uns auf eine Zusammenarbeit einigen, unabhängig von der Größe der Länder."

Gusenbauer versicherte, die SPÖ habe sich personell und programmatisch in der Opposition erneuert. "Ich denke, wir werden in der Lage sein, den Rechtspopulismus spezifisch österreichischer Prägung in die Schranken zu weisen bei den nächsten Wahlen." Der SPÖ-Chef bekam für seinen 15-minütigen Auftritt Beifall, wenn auch nicht frenetischen. Schröder umarmte ihn zweimal demonstrativ. Dennoch, verlautete aus Regierungskreisen, könne Österreich nicht mit stärkerer deutscher Unterstützung bei seinem Kampf gegen Temelín rechnen. (DER STANDARD, Print, 21.11.2001)

STANDARD-Korrespondentin Alexandra Föderl-Schmid aus Nürnberg
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