Mediaprint: Raiffeisen will mehr

20. November 2001, 18:54
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Konrad stellt Gewinnaufteilung "Krone"/"Kurier" infrage

Wien - Über die Aufteilung der Gewinne wird im Zeitungskoloss Mediaprint wieder verhandelt: "Der Konrad will mehr", sagte der gleichnamige Raiffeisen-Generalanwalt vornamens Christian auf STANDARD-Anfrage.

In der Tochter Mediaprint haben Kronen Zeitung und Kurier ihre wirtschaftlichen Aktivitäten zusammengefasst. An beiden Blättern beteiligt ist die Essener WAZ-Gruppe. 50 Prozent an der Krone gehören Herausgeber Hans Dichand, 50,49 Prozent am Kurier Raiffeisen.

Die Gewinne der Mediaprint aus Anzeigen und Vertrieb wurden laut Gesellschaftsvertrag nach den Kommanditanteilen der beiden Zeitungen ausbezahlt: Also 70 Prozent für die Krone, 30 Prozent für den Kurier.

Ob der Ertragslage beider Titel war Dichand mit dem Schlüssel alles andere als zufrieden. Nach heftigen Debatten einigte man sich 1997 auf 77 Prozent für die Krone, dem Kurier wurde eine Mindestsumme von 140 Millionen Schilling (10,17 Mio. EURO) garantiert.

Laut Konrad schüttete die Kurier-Gruppe zuletzt 160 Millionen Gewinn aus. Zum Gutteil aus den Mediaprint-Erträgen, bestätigte er. Die sich damit in die Gegend von 600 Millionen Schilling hochrechnen ließen.

Den 1997 vereinbarten Schlüssel nennt Konrad nun "temporär" begrenzt. Er fordert die Rückkehr zur Gewinnverteilung exakt nach Kommanditanteilen mit 30 Prozent für die Kurier-Seite.

Begründung des Raiffeisen-Managers: Von rund 800 Millionen Schilling für ein neues Mediaprint-Druckzentrum in Kärnten habe die großformatigere Eigentümerhälfte nichts - dort soll alleine die Krone produziert werden.

Krone-Chef Hans Dichand ist derzeit "auf Urlaub", ergänzt Konrad. (fid/DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 21. November 2001)

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