CIA-Agenten legen Angriffsziele fest

20. November 2001, 20:38
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Differenzen zwischen Militärführung und Luftwaffe

Washington - Spezialkommandos des US-Geheimdienstes CIA spielen eine entscheidende Rolle in Afghanistan. In vielen Fällen hätten sie der Luftwaffe die wichtigsten Ziele genannt. Wie die Washington Post berichtete, sei die besondere Rolle unter anderem daraus ersichtlich geworden, dass am 27. September eine CIA-Einheit als erstes US-Kommando auf dem Boden in Afghanistan stationiert worden sei.

Die CIA-Einheiten, die über eigene unbemannte Drohnen für Aufklärungsflüge verfügten, hätten der US-Luftwaffe in vielen Fällen die entscheidenden Hinweise auf Taliban-Ziele gegeben, berichtete der für seine Watergate-Enthüllungen berühmt gewordene Washington Post-Reporter Bob Woodward. Die aus jeweils etwa sechs Spezialisten bestehenden Kommandos gehörten zu einer 150 Mann geschätzten Elitetruppe, deren Existenz bisher nie enthüllt worden sei. Wie die Zeitung erklärte, gebe es auch Differenzen zwischen den Luftwaffenkommandanten in Afghanistan und der Militärführung in Washington. Mindestens zehnmal habe die Luftwaffe führende Taliban- oder Al-Qa'ida-Führer im Visier gehabt, aber jedes Mal sei es nicht rechtzeitig gelungen, aus Washington die Feuererlaubnis zu erhalten. Die Schwierigkeiten rühren unter anderem daher, dass es unterschiedliche Ansichten darüber gibt, welchen Vorrang der Schutz von Zivilisten haben sollte. (DER STANDARD, Print 21.11.2001)

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