Dorotheum will auch im Ausland wachsen

20. November 2001, 18:23
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Zukäufe oder eigener Auftritt in Polen und Ungarn geplant

Wien - Die neuen Eigentümer des ehemals staatlichen Dorotheums wollen die Flagge des Auktionshauses nun auch in Polen und Ungarn, möglicherweise aber auch in Slowenien und im süddeutschen Raum hissen.

"Wir denken an Akquisitionen oder einen eigenen Auftritt in diesen Märkten", sagte Martin Ohneberg, seit 1. November neu im Vorstand des Dorotheums, in einer Pressekonferenz am Dienstag. Ohneberg war zuvor Finanzchef des Internetauktionshauses OneTwoSold, dessen Eigentümer, die Gebrüder Soravia und der Sohn des Krone-Verlegers Hans Dichand, Christoph, knapp eine Mrd. S für das Dorotheum hingeblättert haben. 250 Mio. S hat die Risikokapitalfirma Global Equity Partners aufgebracht, die sich dafür 25,1 Prozent am Dorotheum gesichert hat. 12,5 Prozent davon hat sich Ende Oktober die Mittelstandsfinanzierungsgesellschaft UIAG gesichert. Einen nachträglichen Einstieg der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich, die ursprünglich auch für das Dorotheum mitgeboten hatte, schloss Ohneberg im Gespräch mit dem STANDARD aus.

Potenzial

Das Potenzial für das Dorotheum in den angrenzenden Ländern sei groß, sagte Ohneberg. "Niemad anderer hat etwas Vergleichbares wie wir: Auktionshaus, Shop und Pfandleihe unter einem Dach." Spätestens im Februar nächsten Jahres soll "feststehen, in welche Richtung wir gehen". Bis dorthin soll auch klar sein, von welchen nicht betriebsnotwendigen Immobilien sich das Dorotheum trennen werde. "Wir haben 15 Gebäude, zum Teil in sehr guten Lagen. Die müssen wir nicht alle behalten", sagte Ohneberg. Von Salzburg aus, wo zuletzt rund 40 Mio. S in den Ausbau des dortigen Standortes geflossen sind, werde man verstärkt den süddeutschen Raum bearbeiten. Ausbauen wollen die Dorotheum-Herren aber auch die Niederlassung in Graz, die sich für die Bearbeitung des oberitalienischen Raumes anbieten würde.

11. September

Die Terrorattacken vom 11. September in New York und Washington hat auch das Dorotheum zu spüren bekommen. Bei der kurz darauf abgehaltenen Auktion Alter Meister habe man 20 Mio. S weniger eingenommen als ursprünglich erwartet, sagte Dorotheum-Chef Alfred Karny. "Ohne dieses Ereignis hätten wir den vorjährigen Rekord-Auktionsumsatz von 924 Mio. S heuer übertroffen". Sollte die vom 26. bis 30. November stattfindende Auktionswoche plangemäß laufen, sollte ein Jahres-Auktionsumsatz von 915 Mio. S möglich sein. (stro, DER STANDARD, Printausgabe 21.11.2001)

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