Europarat dankt Kosovo- Serben für rege Wahlbeteiligung

20. November 2001, 18:24
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Russell-Johnston: "Kein Referendum über Unabhängigkeit"

Straßburg - Der Vorsitzende der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, Lord Russell-Johnston, hat am Dienstag in Straßburg insbesondere den Serben dafür gedankt, dass sie sich "in großer Zahl" an den Parlamentswahlen im Kosovo beteiligten. Russell-Johnston betonte, dass diese Wahl "weder ein Referendum für noch gegen die Unabhängigkeit des Kosovo" gewesen sei, sondern ein Votum für einen "gemäßigten und versöhnlichen Ansatz" bei der Lösung der Probleme des Kosovo. Dessen Status werde "noch einige Zeit" so bleiben wie dies in der Resolution 1244 des UNO-Sicherheitsrats dargelegt ist, so Russell-Johnston in einer Aussendung des Europarates.

Jede überstürzte Änderung dieser "Zwischenlösung" würde nämlich unausweichlich zu neuer Gewalt führen. Was das Kosovo heute brauche, sei eine demokratische, transparente, partizipative und effiziente Verwaltung, um die Bedingungen für längerfristige Stabilität, das Zusammenleben der Volksgruppen und wirtschaftlichen Wohlstand zu schaffen. Wenn es beim Erreichen dieser Ziele Fortschritte gebe, werde es auch leichter sein, die Frage des endgültigen Status des Kosovo zu lösen.

Am Samstag fanden in der formell zu Jugoslawien gehörenden, aber unter UNO-Verwaltung stehenden Provinz Kosovo zum ersten Mal nach den NATO-Luftangriffen im Sommer 1999 Parlamentswahlen statt. Dabei wurde die Demokratische Koalition Kosovas des gemäßigten Albanerführers Ibrahim Rugova mit rund 47 Prozent der Stimmen zur stärksten Partei vor der PDK des ehemaligen Rebellenführers Hashim Thaci (25,5 Prozent). Das serbische Bündnis "Povratak" kam auf 11 Prozent der Stimmen, obwohl sich viele Führer der Kosovo-Serben für einen Boykott der Wahl ausgesprochen haben. (APA)

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