NS-Opfer zu Abgabe von Entschädigungsantrag aufgefordert

20. November 2001, 16:22
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Internationale Organisation für Migration macht auf Ablauf der Antragsfrist aufmerksam

Genf - Bei der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind rund sechs Wochen vor Ablauf der Antragsfrist bereits mehr als 250.000 Gesuche von NS-Opfern auf Entschädigung eingegangen. Die IOM forderte am Dienstag alle weiteren Anspruchsberechtigten auf, ihre Anträge bis zum 31. Dezember einzureichen. Die IOM ist für die Verteilung von 540 Millionen Mark (276 Mill. Euro/3.799 Mill. S) aus dem deutschen Entschädigungsfonds für Zwangs- und Sklavenarbeiter zuständig. Außerdem stehen ihr 200 Millionen Mark zum Ausgleich von Vermögensverlusten zur Verfügung.

"Wir wollen so vielen Menschen wie möglich helfen", erklärte Sprecherin Marie-Agnes Heine. "Und der 31. Dezember ist die letzte Möglichkeit." Die IOM handhabt die Ansprüche derjenigen Antragsteller, die nicht von den sechs jüdischen und osteuropäischen Organisationen erfasst werden, die auch an der Verteilung von Geldern aus dem gemeinsamen Entschädigungsfonds der Bundesregierung und der deutschen Industrie beteiligt sind.

Parallel dazu kümmert sich die IOM um Zahlungen aus dem Topf des Entschädigungsfonds Schweizer Banken. Es bestehe allerdings die Sorge, dass viele Menschen nicht rechtzeitig von den Fonds erführen, betonte Heine. Antragsformulare sind unter anderem über das Internet erhältlich. (APA/AP)

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