Heimische Spritpreise fallen erneut

20. November 2001, 17:43
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Ölpreis weiter unter Druck

Wien - Die internationalen Ölpreise sind weiter unter Druck. Ein Barrel (159 Liter) Öl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat am Montag nur noch 15,85 Dollar (18,03 Euro/248,04 S) nach 16,08 am Freitag gekostet und damit ein neues Zweieinhalb-Jahrestief erreicht, berichtete das OPEC-Sekretariat am Dienstag in Wien. Mit dem Ölpreis sind nun auch die heimischen Spritpreise weiter gefallen: OMV und Shell haben am Dienstag die Richtpreise für alle drei Benzinsorten um 20 Groschen und die Dieselpreise um 30 Groschen gesenkt. BP folgt am Mittwoch nach. Der ÖAMTC sieht sogar noch Platz für eine weitere Spritpreissenkung von 15 bis 20 Groschen bei Eurosuper und 20 Groschen bei Diesel.

Anstieg zeichnet sich ab

Mittlerweile scheint sich aber bereits wieder ein Anstieg der Ölpreise abzuzeichnen. Nach positiven Signalen aus Russland und Norwegen zeigte sich die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) von einer "sehr schnellen" Einigung mit den Nicht-Mitgliedern über eine Kürzung der weltweiten Ölfördermengen überzeugt. "Ich bin sicher, dass wir eine Lösung finden", sagte der Generalsekretär des Kartells, Ali Rodriguez, am Dienstag in Wien. Die Einigung soll spätestens zum 1. Jänner stehen.

Der mexikanische Energieminister Ernesto Rebolledo Martens sagte an Dienstag nach zweitägigen Gesprächen in Russland und Norwegen, eine Einigung könne es "binnen Tagen" geben. Der russische Vizeregierungschef Viktor Christenko stellte weitere Maßnahmen zur Stützung der Ölpreise in Aussicht. Konkrete Angaben machte er zwar nicht, dennoch entspannte sich die Ölpreissituation nach den Aussagen Christenkos im Laufe des Dienstag zusehends. Rohöl der Marke Brent verteuerte sich im Tagesverlauf um gut sechs Prozent auf 19,10 Dollar (21,7 Euro/298,9 S) pro Barrel (159 Liter).

Drosselung

Das OPEC-Kartell hat sich bereits in der vergangenen Woche in Wien angesichts des seit Wochen anhaltenden Preisverfalls zwar grundsätzlich auf eine Drosselung seiner Produktion um 1,5 Mill. Barrel pro Tag verständigt. Bedingung ist aber, dass Nicht-Mitglieder wie Norwegen, Mexiko und Russland ihre Produktion gleichfalls um insgesamt täglich 500.000 Barrel herunterfahren. Mit der Verknappung des Angebots will die OPEC den Preis wieder über 20 Dollar pro Barrel heben.

Mexiko ist seit geraumer Zeit zu einem Beitrag bereit, die Gesamteinigung hängt nun noch an Norwegen und vor allem an Russland als größtem Exporteur der drei Nicht-Mitglieder. Bisher hatte Russland die Förderung bisher lediglich um 30.000 Barrel oder 0,5 Prozent am Tag zurückgefahren und Forderungen der OPEC nach einer drastischen Drosselung abgelehnt. (APA)

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