Anonyme Anzeige wegen Prüfungsschwindel an Universität Innsbruck

20. November 2001, 15:40
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Psychologiestudentin soll unter falschem Namen Klausuren abgelegt haben

Innsbruck - Ein Verdacht auf Prüfungsschwindel hat am Dienstag an der Universität Innsbruck für Aufregung gesorgt. Eine Psychologiestudentin soll unter falschem Namen Klausuren für andere abgelegt haben, teilte die Universität mit. Nach einer anonymen Anzeige ermittelte die Polizei wegen Betrugsverdacht oder möglicher Urkundenfälschung.

Eingesprungen oder Intrige

Bei ihrer ersten Vernehmung habe die Studentin zugegeben, für Kollegen "eingesprungen" zu sein. Allerdings habe sie das wenig später widerrufen und dann von einer "Intrige" gesprochen. Auch "Rivalitäten" würden als Hintergrund dieser anonymen Anzeige nicht ausgeschlossen, hieß es bei der Universität. Ob es sich um einen "Freundschaftsdienst" gehandelt habe oder auch Geld geflossen ist, sei vorerst nicht geklärt.

Kein Studentenausweis vorgelegt

Im Regelfall müsse bei Prüfungen immer ein Studentenausweis vorgelegt werden. Wahrscheinlich sei der Schwindel aber nicht aufgeflogen, weil es sich dabei um "Massenprüfungen" gehandelt habe. Da diese auf Grund der großen Teilnehmerzahl schwer überschaubar seien, könne schon einmal ein falscher Ausweis übersehen werden. Dies werde vom Institut für Psychologie nun als Anlassfall genommen, in Zukunft stärker bei Prüfungen zu kontrollieren. "100-prozentige Sicherheit" könne aber auch künftig nicht garantiert werden, teilte die Universität mit.

Prüfungen aberkannt

Ob es sich bei dem Fall um Betrug gehandelt haben könnte, muss erst geklärt werden. Über die weitere Vorgehensweise werde dann die Staatsanwaltschaft entscheiden, teilte die Polizei mit. Darüber hinaus hätten jene Personen, die versuchten, sich ihre Noten zu erschleichen, mit Konsequenzen zu rechnen. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, würden ihnen die Prüfungen aberkannt, erklärte ein Sprecher der Universität. (APA)

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