Tierschützer fordern Änderung von "grausamem" Ortsnamen

20. November 2001, 14:36
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Gemeinde Fischen im Allgäu soll sich umbenennen

Stuttgart - Die Gemeinde Fischen im Allgäu soll sich nach dem Willen der Tierrechtsorganisation PETA umbenennen. Der bisherige Ortsname stehe für ein grausames Hobby und sei daher für eine so schöne Gemeinde nicht länger tragbar, erklärte Harald Ullmann von PETA Deutschland am Dienstag in Stuttgart.

"Wandern" als Ortsname

Die Tierschützer legten in einem Brief an Bürgermeister Toni Vogler zugleich einen neuen Vorschlag vor: "Wandern" als Ortsname stehe für eine positive Beschäftigung in der Freizeit. Beim Fischen litten die Tiere dagegen furchtbare Qualen. Bewohner und Besucher der Gemeinde bei Oberstdorf würden mit dem Namen "ständig an ein grausames Kapital der Tierquälerei erinnert, das schon längst in die Annalen verbannt gehöre", hieß es in der Mitteilung der Organisation.

"Wir sehen keinen Anlass"

"Wir sehen keinen Anlass, unseren Ortsnamen zu ändern", sagte Vogler auf Anfrage. Das Dorf heiße schon seit 1791 so.

Die durch den Einsatz der französischen Schauspielerin Brigitte Bardot für Robben bekannt gewordene Organisation "People for the Ethical Treatment of Animals" zählt eigenen Angaben zufolge weltweit 750.000 Mitglieder, etwa 25.000 davon in Deutschland. Zuletzt hatte sich PETA mit dem Deutschen Sportfischerverband angelegt, der die Tierrechtler verklagt hat. Sie hatten argumentiert, dass das Angeln zu einer Verrohung der Gesellschaft führe und Kinder zur Gewalt erziehen könne. (APA/Reuters)

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