RZB: Übernahmefantasie bei Böhler-Uddeholm "erheblich gesunken"

20. November 2001, 14:28
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Keine "kurstreibenden Effekte aus weiteren strategischen Zukäufen" nach Einstieg der Fries-Gruppe zu erwarten

Wien - Beim Edelstahlkonzern Böhler-Uddeholm sind die Spekulationen auf eine Totalübernahme durch einen strategischen Investor im Fall eines ÖIAG-Ausstiegs laut Raiffeisen Zentralbank (RZB) zuletzt "erheblich gesunken". Nachdem eine Investorengruppe rund um den Badener Anwalt Rudolf Fries inzwischen nahezu 23 Prozent der Anteile halte, seien "kurstreibende Effekte aus weiteren strategischen Zukäufen" nicht zu erwarten, schreibt RZB-Analyst Alfred Steininger in einer am Dienstag vorgelegten Kurzanalyse.

Steiniger erwartet, dass die Fries-Gruppe ihre Anteile auf mehr als 25 Prozent erhöhen und damit ebenso wie die staatliche ÖIAG eine Sperrminorität an Böhler-Uddeholm halten werde. Im geplanten Verkauf der ÖIAG-Anteile (25 Prozent) werde das Fries-Konsortium jedenfalls eine "wichtige Rolle" einnehmen.

"Stählerne Zahlen"

Seine Gewinnschätzungen für 2001, 2002 und 2003 hat der Analyst nach den "stählernen Zahlen" der ersten drei Quartale 2001 bestätigt. Diese hatten dem "Spätzykliker" Böhler-Uddeholm - wie vergangenen Donnerstag berichtet - moderate Zuwächse bei Umsatz und Gewinn beschert. Für 2001 rechnet Steininger nach dem Rekordjahr 2000 angesichts der weltweit eingebremsten Konjunktur mit einem Rückgang des Gewinns von 6,09 auf 5,45 Euro je Aktie. Für das kommende Jahr 2002 erwartet er wegen der zunehmenden Eintrübung am Edelstahlmarkt einen weiter rückläufigen Gewinn von 3,44 Euro je Aktie.

"Neutral"

Der starke Rückgang im Auftragseingang im dritten Quartal 2001 habe den zyklischen Abschwung für die österreichisch-schwedische Edelstahlschmiede zuletzt angekündigt, begründet Steininger seine Einschätzung. Erst für 2003 sei wieder mit einem höheren Gewinn von 4,47 Euro je Aktie zu rechnen. Wegen des nun erwarteten schwächeren fundamentalen Umfelds und der fehlenden Kursfantasie aus weiteren strategischen Aktienkäufen lautet Steiningers Empfehlung für die Böhler-Uddeholm-Aktie nach wie vor auf "Neutral". Gegenüber der Vergleichsgruppe sei der Stahltitel derzeit "fair bewertet". (APA)

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