Afghanischer Ex-König beansprucht Mitgestaltungs- Möglichkeiten

20. November 2001, 14:27
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Sprecher von Zahir Schah widerspricht Powell - Nicht nur "symbolische Rolle"

Rom - Der afghanische Ex-König Mohammed Zahir pocht auf eine aktive Mitwirkung an der Gestaltung der politischen Zukunft seines Landes. Ohne den 1973 entthronten Monarchen werde der Frieden nicht nach Afghanistan zurückkehren, warnte ein Sprecher Zahirs am Dienstag in Rom. Er distanzierte sich damit indirekt von den jüngsten Aussagen von US-Außenminister Colin Powell, der am Montag gemeint hatte, der Ex-König könne künftig eine "symbolische Rolle" spielen.

Zahir Schahs Sprecher versicherte, der 87-Jährige, dessen Dynastie eine paschtunische ist, raufe sich nicht um einen Posten. Er könne aber helfen, die Afghanen zu einen. Das Volk kenne den Ex-König, er sei der "Vater der Nation". In einem Interview hatte er betont, er sei "bereit, meine Gesundheit, die mir verbliebene Zeit und was auch immer zu opfern, um meiner Nation zu dienen". Ein Sprecher des Ex-Königs hatte erklärt, Zahir Schah werde nach Afghanistan zurückkehren und einen "Rat der nationalen Einheit" bilden.

Der am Samstag nach Kabul zurückgekehrte Präsident Burhanuddin Rabbani, der sich auf die Nordallianz stützt und bisher von der internationalen Staatengemeinschaft als rechtmäßiges Staatsoberhaupt anerkannt wird, hatte erklärt, der ehemalige Monarch könne nur "als einfacher Bürger" heimkehren.

Der Paschtunenführer Hamid Karsai hatte von Kontakten zwischen den Taliban und Gesandten des Ex-Königs gesprochen. Dabei habe man sich darauf geeinigt, dass auch Taliban-Elemente in einer "Regierung der nationalen Versöhnung" vertreten sein würden. (APA/Reuters)

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