Merril Lynch sieht Kursziel von zehn Euro

20. November 2001, 18:23
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Kombi-Ausstieg von TI und ÖIAG erwartet

Wien - Das Investmenthaus Merrill Lynch erwartet in den ersten neun Monaten für die TA-Gruppe einen Umsatz von 2,937 Mrd. Euro und ein EBITDA von 1,037 Mrd. Euro. Das prognostizierte EBITDA für das Gesamtjahr 2001 schätzt Merrill Lynch nunmehr auf 1,332 Mrd. Euro. 2002 soll der EBITDA-Gewinn laut Prognose dann 1,476 Mrd. Euro betragen, 2003 1,545 Mrd. Euro.

Kursziel zehn Euro

Das Kursziel von 10 Euro entspricht laut Merrill Lynch-Analysten bei der Kennzahl EV/EBITDA (Unternehmenswert durch Betriebsergebnis vor Abschreibungen) einem erwarteten Wert von 5,7 für das Jahr 2003. Dies bedeute für die TA zwar eine günstigere Bewertung als für den breiten Branchenschnitt mit einem Wert von 7,1, verglichen mit dem Durchschnitt anderer kleiner Telekom-Betreiber von 6,5 liege die Telekom Austria aber eher im Rahmen normaler Bewertungsmaßstäbe.

Gemeinsamer Verkauf

Das Merrill Lynch rechnet damit, dass die österreichische Staatsholding ÖIAG (47,8 Prozent) und die Telecom Italia/TI (29,8 Prozent) ihre Anteile an der Telekom Austria (TA) gemeinsam verkaufen werden. Angesichts der Größe der betroffenen Aktienpakete und der komplexen Vereinbarungen im Syndikatsvertrag sei dies "die wahrscheinlichste Variante", heißt es in einer jüngsten Analyse des Investmenthauses.

Auf eine konkrete Prognose über das zu erwartende Verkaufsprozedere der beiden Konsortialpartner wollen sich aber auch die Merrill Lynch-Analysten nicht einlassen: Möglich sei die Platzierung einer zweiten Tranche von Aktien an der Börse (Secondary Offering), ein Komplettverkauf der Gruppe aber auch ein Teilverkauf von Unternehmenssparten. Sollte durch den Ausstieg von TI und ÖIAG ein neuer Investor mehr als 30 Prozent an der TA erwerben, müsste es laut österreichischem Übernahmegesetz auf jeden Fall ein Angebot zu den selben Konditionen für alle anderen Shareholder, also auch für die Kleinaktionäre geben, so die Analysten. 22,4 Prozent der Telekom stehen in Streubesitz. Die Telecom Italia hält neben der TA noch über die 55 prozentige Mobilfunktochter TIM 25 Prozent an der Mobilkom Austria. Der Rest der Mobilkom steht im Eigentum der Telekom Austria. (APA)

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