Neuseelands Regierungschefin nennt ihre Ehe "notwendiges Übel"

20. November 2001, 14:13
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Um den üblen Nachreden über ihr Privatleben ein Ende zu setzen

Auckland - In ungewohnter Offenheit hat sich die neuseeländische Premierministerin Helen Clark zu ihrer Ehe und Gerüchten geäußert, sie sei "eine unfruchtbare Lesbe". Die Heirat sei für sie ein "notwendiges Übel" gewesen, um den üblen Nachreden über ihr Privatleben ein Ende zu setzen, verriet die 51-jährige in der in dieser Woche erschienenen Biographie "Helen: Porträt einer Premierministerin".

"Als alleinstehende Frau wurde permanent auf mich eingedroschen. Mir wurde vorgeworfen, ich sei Lesbe, ich lebe in einer Kommune, hätte Trotzkisten und Schwule als Freunde, ich sei instabil und unfähig, mich auf etwas richtig einzulassen."

Sogar ein hochrangiger Politiker ihrer eigenen Partei habe sie damals als "unfruchtbare Lesbe" bezeichnet. Über ihren damaligen Freund und jetzigen Ehemann Peter Davis habe er verbreitet, dieser sei schwul. "Wenn ich nicht in die Politik gegangen wäre, hätte ich auch nicht geheiratet. Und ich bin mir sicher, dass unsere Beziehung genauso wäre, wie sie heute ist."

Clark ist seit 1999 neuseeländische Premierministerin. Die Labour-Politikerin ist Umfragen zufolge eine der beliebtesten Regierungschefs, die das Land je hatte. (APA)

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