Bildungs-Volksbegehren für ÖVP-Steindl "ein Flop"

20. November 2001, 15:37
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Burgenlands Schulreferent verteidigt Studiengebühren - Steindl knüpft Bildungsnetzwerk für Pflichtschulen

Eisenstadt - Der burgenländische Schulreferent LHStv. Franz Steindl (V) bezeichnet das Bildungs-Volksbegehren als "Flop". Mit einer Forderung des Volksbegehrens könne er sich allerdings anfreunden, sagte Steindl am Dienstag in Eisenstadt: mit der Senkung der Schülerhöchstzahl von 31 auf 25. Der ÖVP-Politiker ist auch für eine Beibehaltung der Studiengebühren. Die Zahl der Studienanfänger habe sich trotz Studiengebühren nicht verändert, hingegen seien 65.000 Schein-Studierende weggefallen. Außerdem sei dank eines vernünftigen Beihilfensystems die Zahl der Studienbeihilfen-Bezieher um 12.500 ausgeweitet worden.

Sorgen bereiten dem burgenländischen Schulreferenten die rückläufigen Schülerzahlen. Er werde sich bemühen, auch im nächsten Jahr ohne Lehrer-Kündigungen auszukommen, versicherte Steindl. Das Burgenland liegt nämlich unter dem im neuen Finanzausgleich vorgesehenen Verhältniszahlen Lehrer-Schüler. So lautet das Verhältnis an Volksschulen 11,8 Schüler pro Lehrer, der Bund verlangt aber - um die Lehrerkosten zu tragen - ein Verhältnis von 14,5:1. Steindl: "Ich muss an die Lehrer appellieren, dass sie mobiler werden müssen. Es wird nicht gehen, dass jeder Lehrer in seinem Bezirk einen Arbeitsplatz findet."

Entkrampfung

Steindl hofft aber, dass der vorzeitige Ruhestand für Lehrer "noch attraktiver gestaltet wird", damit es zu einer Entkrampfung der Situation kommt. So setzt er sich dafür ein, dass das Jubiläumsgeld - für viele Lehrer ein Grund, nicht vorzeitig auszuscheiden - aliquotiert werden kann.

Um das Schulsystem fit für die Zukunft zu machen, hat Steindl eine Expertengruppe eingesetzt, die unter der Leitung des Amtsführenden Präsidenten des Landesschulrates, Fritz Krutzler, und des Leiters der Schulabteilung, Michael Freismutz steht. Diese Arbeitsgruppe soll bis Anfang 2002 Reformvorschläge präsentieren.

Reformvorschlag

Ein Reformvorschlag für den Fachhochschul-Bereich kam am Dienstag von Steindl selbst. Er regte an, die burgenländischen FH-Studiengänge für Berufstätige zu öffnen. Besonders anbieten dafür würde sich die FH Eisenstadt, die in unmittelbarer Nachbarschaft des Technologiezentrums errichtet wird.

Fix ist mittlerweile, dass die Pflichtschulen des Landes in ein Bildungsnetzwerk eingebunden werden. Computer und Internet-Zugang sollen für alle Pflichtschulen Alltag werden. Eine Jugendstudie hat gezeigt, dass nur 40 Prozent der Jugendlichen im Burgenland einen Computer haben. Und 42 Prozent der jungen Menschen - doppelt so viele wie im Österreich-Schnitt - haben keinen Internet-Zugang. (APA)

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