Neuerlich Rebellen-Angriffe auf mazedonische Polizei

20. November 2001, 14:00
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Gemischte Polizei-Einheiten patrouillieren wieder in zwei Dörfern

Skopje/Wien - Albanische Rebellen haben in der Nacht zum Dienstag erneut einige Stützpunkte der mazedonischen Polizei angegriffen, meldete die jugoslawische Nachrichtenagentur Tanjug unter Berufung auf mazedonische Polizeiquellen. In der Ortschaft Brnjarci in der Nähe von Skopje hätten zehn uniformierte Albaner einen Angriff auf einen Kontrollpunkt der Sicherheitskräfte druchgeführt. In einem 40-minütigen Schusswechsel zwischen den albanischen Rebellen und den Einheiten des Innenministeriums hätte es aber keine Verletzten oder Toten gegeben.

In Tetovo und benachbarten Dörfern seien die ganze Nacht über einzelne Schusswechsel registriert worden. Bewaffnete Provokationen hätte es auch in der Krisenregion um Kumanovo im Norden Mazedoniens gegeben, hieß es in Skopje. Zudem hätte auch die UNMIK (UNO-Verwaltung im Kosovo) einen Zwischenfall an der Grenze zwischen Kosovo und Mazedonien registriert. In der Ortschaft Blace hätten albanische Terroristen das Feuer auf einen Polizei-Kontrollpunkt eröffnet, das allerdings von den Sicherheitskräften nicht erwidert worden sei.

Gemischte Polizei-Einheiten patrouillieren

Ein OSZE-Sprecher in Skopje bestätigte unterdessen, dass gemischte Polizei-Patrouillen, gebildet aus je drei slawischen und drei albanischen Mazedoniern, in zwei Ortschaften bei Tetovo nach dem neuerlichen Gewaltausbruch am vergangenen Sonntag zurück gekehrt seien. Sie würden allerdings aus Sicherheitsgründen nur bei Tag auf Streife gehen.

Derzeit gibt es drei "Pilot-Ortschaften", in denen gemischte mazedonisch-albanische Polizei-Einheiten auf Patrouille gehen. Begleitet werden sie auch von Beobachtern der OSZE, EU und NATO. Noch nicht entschieden ist, wann die vereinbarte Rückkehr der Polizei in die übrigen etwa 80 Dörfer beginnt, die unter der Kontrolle der offiziell aufgelösten "UCK" standen. (APA)

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