Regina Küchen: Ex-Chefs vor Gericht

20. November 2001, 13:55
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Wegen Untreue und betrügerischer Krida

Wiener Neustadt - Am Landesgericht Wiener Neustadt hat am Dienstag der Prozess gegen drei Ex-Chefs des 2000 in Konkurs gegangenen Küchenherstellers Regina mit Sitz in Weikersdorf bzw. der zur Sanierung hereingeholten Schweizer Firma Emesco begonnen. Die Angeklagten bekannten sich nicht schuldig. Sie sollen Geldern zum Nachteil der Firma transferiert und ihre Verfügungsmacht wissentlich missbraucht haben.

"Nicht so kompliziert wie es klingt"

"Es ist nicht so kompliziert wie es klingt", wandte sich Staatsanwalt Johann Fuchs nach der Verlesung der Anklageschrift an die Schöffen. Es gehe um die nach der ersten Insolvenz 1994 sanierungsbedürftige Regina Küchen GmbH und den "Sanierer" Emesco sowie die drei handelnden Personen. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft haben Peter B. (62) aus Perchtoldsdorf als Geschäftsführer der Regina, Lars Bertil St. (60) als Verwaltungsdirektor der Emesco AG (Zug/Schweiz) und der aus der Möbelbranche kommende deutsche Manager Manfred St. (59), der für Emesco das Sanierungskonzept für Regina erstellte, unter verschiedenen Titeln Gelder von Regina an Emesco transferiert. Damit sei nicht nur der Küchenhersteller geschädigt worden, sondern auch die Gläubiger seien "um ihr Geld umgefallen".

"Managementleistungen"

Die Verteidiger der - unbescholtenen - Angeklagten widersprachen in ihren Eröffnungsvorträgen vor Richter Kurt Weisgram der Darstellung der Staatsanwaltschaft, die Causa sei einfach zu durchschauen. Rechtsanwalt Rudolf Breuer betonte, der "Exit" der Regina Küchen - vom Ausgleich in den Konkurs - werde dabei genau zu prüfen sein. Er verwies weiters darauf, dass die Emesco 253 Mill. S (18,4 Mill. Euro) zur Sanierung eingesetzt und über 100 Mill. investiert habe.

Kein gutes Licht

Im Anschluss an die Ausführungen der Rechtsanwälte begann die Befragung des ersten Beschuldigten, Peter B. Im Laufe des Verfahrens sollen überdies Gutachter und Zeugen, darunter ehemalige Mitarbeiter, zu Wort kommen. Für eine interessierte Zuhörerin, damals von der Kündigung betroffen, ist die Sache relativ klar: Sie brachte leise im Hintergrund mit deutlichen Worten zum Ausdruck, dass sie die Rolle der nun angeklagten Manager und "Sanierer" in keinem guten Licht sieht. (APA)

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