Kinderfreunde fordern mehr Rechte für Kinder

20. November 2001, 13:12
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Senkung des Wahlalters Verankerung der Kinderrechtskonvention in Verfassung

Wien - Mehr Mitsprache für Minderjährige bei der Lebensgestaltung, die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre und eine Verankerung der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen in der Verfassung wünschen sich die Österreichischen Kinderfreunde zum 12. "Geburtstag" des UN-Dokuments.

In einer Pressekonferenz heute, Dienstag, stellten Vertreter der SPÖ-Jugendorganisation auch ein Modell vor, das Kinder im Rahmen einer Ideenbörse unter dem Motto "Wenn ich BürgermeisterIn wäre" dazu ermuntern soll, sich Gedanken über Ideen zur Verbesserung ihrer Lebensqualität zu machen.

Kinderarbeit

Weltweit sind rund 250 Millionen der Fünf- bis 14-Jährigen von Kinderarbeit betroffen, 130 Millionen können nicht zur Schule gehen, 200 Millionen Kinder wurden bei kriegerischen Auseinandersetzungen getötet, so die Bundesvorsitzende der Kinderfreunde, Waltraud Witowetz-Müller: "Die heutige Situation der Kinder ist eigentlich noch eine sehr, sehr schlimme."

Wahlalter

Auf Österreich bezogen zählt zu den zentralen Forderungen der Kinderfreunde "das Recht der Kinder, bei der Planung und Gestaltung ihres Lebensumfeldes mitreden zu können", so Witowetz-Müller. Von einer Senkung des Wahlalters verspreche man sich "eine neue Kultur des Umgangs zwischen Erwachsenen und Kindern." Außerdem fordere man die Verankerung der Kinderrechte im Verfassungsrang: "Kinderrechte als Grundrechte wären dann individuell klagbar und auch durchsetzbar."

Auch für Nationalratspräsident Heinz Fischer (S) wäre diese Aufwertung "ein Schritt in die richtige Richtung". Die SPÖ sei dazu bereit, allerdings müsste in der Frage "noch ein Ruck erfolgen bei ÖVP und FPÖ." In Europa und in Österreich sei die Situation im Vergleich mit anderen Ländern "in vielen Punkten besser, aber auch bei uns gibt es Defizite", so Fischer. (APA)

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