Ausländische Falun-Gong-Aktivisten aus China abgeschoben

21. November 2001, 08:49
posten

Nach unterbundener Protestaktion im Zentrum von Peking

Peking - Die ausländischen Falun-Gong-Aktivisten, die am Dienstag bei einem Protestversuch auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Zentrum Pekings festgenommen worden waren, sind am Mittwoch aus der Volksrepublik China abgeschoben worden. Drei Schweizer, ein Spanier und acht Deutsche flogen in einer Maschine der chinesischen Fluggesellschaft "Air China" nach Frankfurt/Main, bestätigte die deutsche Botschaft. Nach Angaben der schwedischen Botschaft haben auch acht Schweden Peking inzwischen verlassen. Die insgesamt 35 Aktivisten wurden je nach Nationalität auf verschiedene Flugzeuge verteilt. Ein massives Polizeiaufgebot sicherte den Pekinger Flughafen.

Nach Angaben von Diplomaten wollten die chinesischen Behörden die Aktivisten schnell loswerden. Einige Falun-Gong-Anhänger berichteten, es sei bei den Festnahmen und den Einzelverhören auch zu Übergriffen gekommen. Mit ihrer spektakulären Aktion - der bisher größten von ausländischen Kultanhängern in Peking - hatten sie auf die Verfolgung von Anhängern der in China seit 1999 verbotenen Kultbewegung hinweisen wollen.

Die Bewegung Falun Gong, die 1992 von dem in den USA lebenden "Meister" Li Hongzhi gegründet wurde, verbindet traditionelle chinesische Meditationsübungen mit Elementen aus buddhistischen und taoistischen Lehren. Die chinesische Regierung hatte Falun Gong im Juni 1999 nach einer Massendemonstration verboten. Li Hongzhi wurde auch die Verbreitung rassistischer Theorien vorgeworfen. Er soll seine Gruppe wie eine klassische chinesische Geheimgesellschaft organisieren. Von Mitte 1999 bis August 2001 sollen mehr als 100.000 Falun-Gong-Praktizierenden in China inhaftiert, mehr als 20.000 in Zwangsarbeitslager gesteckt worden sein. (APA/dpa/AP)

Share if you care.