Bürgermeister von Traiskirchen sieht Bedrohung durch Flüchtlingslager

20. November 2001, 12:33
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"Sicherheit nicht mehr gewährleistet" - Innenministerium weist Vorwürfe zurück

Wien - Traiskirchens Bürgermeister Landesrat Fritz Knotzer (S) schlägt Alarm: Im Ö 1-Morgenjournal am Dienstag hat Knotzer von unhaltbaren Zuständen im örtlichen Flüchtlingslager gesprochen. "Die Lage eskaliert", so der Stadtchef. Das Innenministerium hat unterdessen jegliche Vorwürfe zurückgewiesen. Das Lager sei zur Zeit dreifach überbelegt, die Betreuung der Flüchtlinge unzureichend, die Kriminalitätsrate schnellt in die Höhe, so Knotzers Vorwürfe. Bis zu 20 Personen seien in einem Zimmer untergebracht, in der Nacht gebe es nur einen Journalbeamten im Lager, der über 1.500 Personen wache. "Die Sicherheit ist dort nicht mehr gewährleistet, vor allem nicht im Lager", erklärte der Bürgermeister gegenüber dem ORF. Rettungsleute würden sich scheuen, bei Raufereien und Messerstechereien Einsätze zu fahren. Die Situation gerate "außer Rand und Band".

Integrationsstelle

Die Sicherheit im Lager müsse verstärkt werden, fordert Knotzer. "Es soll eine Integrationsstelle sein, die die Flüchtlinge auf Privatquartiere aufteilt. Es soll eine Asylantragstelle sein, also ein Asylamt, aber es sollen hier nicht Massenquartiere entstehen, die wieder nur Fremdenfeindlichkeit schüren und auch kaum eine Integration der Menschen ermöglichen", betonte der Stadtchef. Er sei der Ansicht, dass das Massenlager auf lange Sicht aufgelöst und die Flüchtlinge auf Privatquartiere aufgeteilt werden sollten. "Faktum ist, dass derzeit 852 Personen im Flüchtlingslager Traiskirchen betreut werden", erklärte der Sprecher von Innenminister Ernst Strasser (V), Gerhard Karner. Bis maximal 1.000 Personen dürften in der Betreuungsstelle untergebracht werden. Das Innenministerium begrüße aber jegliche Verbesserungsvorschläge des Bürgermeisters von Traiskirchen. Die Präsenz der Gendarmen und Suchtgifthunde im Bereich der Betreuungsstelle und Umgebung sei deutlich verstärkt worden. Karner verwies auf zahlreiche Festnahmen von kriminellen Asylwerbern, die seit dem Sommer dieses Jahres verzeichnet wurden.

Mikl-Leitner: Knotzer verbreitet Horrorzahlen

"Mit Horrorzahlen, was die Auslastung des Flüchtlingslagers von Traiskirchen betrifft, führt SP-Knotzer derzeit die Bevölkerung und die Medien hinters Licht. Faktum ist, dass im Flüchtlingslager Traiskirchen 852 Menschen untergebracht sind - Platz ist für 1.000. Es ist bezeichnend für Knotzer, dass er auf dem Rücken der Beamten, die exzellente Arbeit leisten, und auf dem Rücken der Asylwerber parteipolitisches Kleingeld schlagen will", erklärte Abg. Johanna Mikl-Leitner, Landesgeschäftsführerin der VP-NÖ, zu den Vorwürfen des Traiskirchner Bürgermeisters Fritz Knotzer (S) im Ö 1-Morgenjournal am Dienstag.

"Innenminister Dr. Ernst Strasser hat gemeinsam mit Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll eindrucksvoll bewiesen, dass sofort geholfen wird, wenn es Probleme gibt. So wurde dem Drogenhandel im Flüchtlingslager Traiskirchen sofort ein Riegel vorgeschoben. Es wurde vereinbart, dass jetzt mehr Suchtgiftstreifen und mehr Gendarmen unterwegs sind und für die Sicherheit der Bevölkerung sorgen. Es geht dabei in erster Linie um die Sicherheit der Bevölkerung", so Mikl-Leitner. Die VP-Managerin forderte den Stadtchef in der Aussendung auf, "mit seinen Falschmeldungen, insbesondere mit der Verbreitung falscher Zahlen, Schluss zu machen. (APA)

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