Draken-Nachfolge: Boeing begründet Ausstieg mit mangelnder Aussicht

20. November 2001, 12:11
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Viehböck: Zu hoher Preis auch wegen Offset-Forderungen

Wien - Mit mangelnder Erfolgsaussicht wegen des vermutlich zu hohen Preises begründet der Boeing-Vertreter in Österreich, Franz Viehböck, den Ausstieg seines Konzerns aus dem Rennen um den größten Rüstungsauftrag der Zweiten Republik, die Nachfolge der maroden Draken-Abfangjäger. Dieser Preis ergebe sich einerseits wegen der technischen Kapazität der von Boeing produzierten F/A-18 "Super Hornet", andererseits aber wegen der hohen Offset-Forderungen von 200 Prozent des Kaufpreises, so Viehböck am Dienstag.

"Die F/A-18 hat einige Eigenschaften mehr, die nicht gefragt sind und daher nicht belohnt werden", so der Boeing-Vertreter. Er räumte aber auch ein, dass die vom österreichischen Bundesheer geforderte Zwischenlösung - geborgte Maschinen baugleichen Typs für eine Übergangszeit - vermutlich nicht bereit gestellt werden hätte können. Die aktuelle Version F/A-18 E/F sei dafür überhaupt nicht verfügbar, von bisherigen Benutzern Maschinen der Vorgängerversion zu bekommen, sei ebenfalls "praktisch unmöglich".

Preistreibend wirke auch die Kompensationsforderung: "Das trägt zu den Kosten bei." Aus den Erfahrungen mit der Schweiz und Finnland wisse Boeing, dass die Kosten bei zunehmender Kompensationsforderung exponentiell steigen: "Das sind Zusatzkosten, die man auch noch draufschlagen muss."

Prinzipiell wäre der Auftrag für 24 Jets für Boeing aber interessant gewesen, betonte Viehböck: "Es wäre eine schöne Gelegenheit, aber es macht geschäftlich keinen Sinn." (APA)

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