Ein Jahr Telekom Austria-Börsegang

20. November 2001, 11:11
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Übernahmegerüchte und Restrukturierung kurstreibend

Am 21. November jährt sich der Tag, an dem die Telekom Austria-Aktie erstmals an der Börse notierte. Das Papier, das als Volksaktie zu 9 Euro auf den Kapitalmarkt gebracht wurde, hat sich nach anfänglichen Kursstürzen bis unter 6 Euro mit einem Kursplus von 46,8 Prozent seit Anfang 2001 mittlerweile als beste Aktie an der Wiener Börse in diesem Jahr entpuppt.

Übersprungen

Ende voriger Woche wurden im Handelsverlauf erstmals wieder die 9 Euro erreicht und kurz übersprungen, im Schlusskurs allerdings reichte es bisher noch nie auf den Ausgabepreis. Kurstreibend waren in den vergangenen Wochen vor allem Übernahmegerüchte und Quartalszahlen, die die laufende Restrukturierung widerspiegelten und teils über den Analystenerwartungen lagen.

"Fitnesskur"

Die Telekom Austria hatte sich als Vorbereitung für den Börsegang eine Fitnesskur verordnet, bei dem der Ex-Monopolist vor allem personalmäßig abspeckte. Mit Hilfe eines Sozialplans sollen bis Ende 2005 rund 5.000 der 15.000 TA-Mitarbeiter abgebaut werden. Allein heuer werden bis Jahresende rund 3.000 Stellen im Festnetzbereich gestrichen, 2002 werden weitere 1.500 Mitarbeiter abgebaut. Weiters soll der TA in den nächsten Monaten eine neue Organisationsstruktur übergestülpt werden. Zum einen sollen vier "Business-Units" für die Bereiche Festnetz (inklusive Internet), Mobilfunk, Finanzen und Konzernleitung konstruiert werden, zum anderen soll das TA- Festnetzgeschäft in die Bereiche Wholesale (Infrastruktur) für Geschäftskunden und Retail (Endkundenservice) für Privatkunden geteilt werden.

Änderungen

Tiefgreifende Änderungen stehen der TA künftig aber auch in Sachen Eigentümer bevor. Nach monatelangen Gerüchten über einen Ausstieg der Telecom Italia, die 29,8 Prozent an der TA hält, haben die Italiener kürzlich ihre Absicht offiziell bestätigt, sich aus ihrem Österreich-Engagement zurückziehen und ihre Anteile an der TA und an deren Mobilfunktochter Mobilkom Austria (25 Prozent) verkaufen zu wollen. (APA)

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