Mangel an qualifizierten Personal behindert Innovation

2. Jänner 2002, 10:36
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Umfrage unter 3.000 EU-Managern ergab: Neue Spitzentechnologien werden vor allem zugekauft und weniger selbst entwickelt

Wien - Der Mangel an qualifiziertem Personal ist für Unternehmer in der EU das größte Problem für Innovation. Das geht aus der ersten Eurobarometer-Umfrage zum Thema "Innovation" unter mehr als 3.000 Manager in den EU-Ländern (darunter rund 200 in Österreich) hervor, die nun vom EU-Informationsdienst für Forschung "Cordis" veröffentlicht wurde. Problematisch wird von den Unternehmern weiters der Zugang zu innovationsbereiten Kunden, neuen Technologien und zu Finanzmitteln für Innovationen eingeschätzt. Keine hochqualifizierten Mitarbeiter

"Die für die Innovation notwendigen hochqualifizierten Mitarbeiter zu gewinnen, ist in der gesamten Europäischen Union ein echtes Problem", heißt es in der Eurobarometer-Umfrage. Zwei Drittel aller Befragten bezeichnen es als großes oder sehr großes Problem. EU-weit sind auch fast 80 Prozent der Befragten der Meinung, dass Innovationen durch das Steuersystem des jeweiligen Landes nicht hinreichend gefördert werden.

Investition in Innovation

Neue Produkte haben laut Umfrage einen signifikanten Anteil am Umsatz europäischer Firmen. Bei den befragten Unternehmen wurden mit neuen oder erneuerten Produkten, die in den vergangenen zwei Jahren auf den Markt gebracht wurden, rund ein Fünftel (20,4 Prozent) des Umsatzes erzielt. Fast zwölf Prozent der Firmen erwirtschafteten über die Hälfte ihres Umsatzes mit neuen Produkten, gelten also als hoch innovativ. Eine "typische" EU-Firma wendet der Erhebung zufolge zehn Prozent seiner Investitionen für Innovationen auf. Aber jedes achte Unternehmen hat in den letzten zwei Jahren gar nicht in Innovation investiert. Innovationsgründe

Als wichtigste Innovationsgründe nannten die Manager die Gewinnung von Marktanteilen und Rentabilität sowie die Sicherung der Unabhängigkeit des Unternehmens. Zugang zu neuen Spitzentechnologien verschaffen sich die Firmen vor allem durch den Kauf neuer Anlagen (61 Prozent). An zweiter Stelle folgt die Zusammenarbeit mit Lieferanten oder Kunden (51 Prozent). Erst dann kommen eigene Forschung und Entwicklung (30 Prozent), der Erwerb von Lizenzen (11,7 Prozent) oder Forschung und Entwicklung in Zusammenarbeit mit Facheinrichtungen wie Hochschulen (10,6 Prozent). (APA)

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