Rasterkraftmikroskop "Midas" fertiggestellt

20. November 2001, 11:56
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Österreichische Techniker sind somit am Start des Satelliten "Rosetta" beteiligt

Wien - Es ist zwar noch eine Zeit bis zum Start des Wissenschaftssatelliten "Rosetta" zu seiner neunjährigen Reise ins Weltall im Jänner 2003. Dennoch wurde das von österreichischen Technikern und Wissenschaftern ausgeführte Equipment für das Experiment "Midas" bereits fertiggestellt. Beteiligt an der Fertigung des hoch sensiblen Mess- und Analysegerätes waren unter anderem Austrian Aerospace, das Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), die Austrian Research Centers Seibersdorf und Johanneum Research.

"Midas" basiert auf einem Rasterkraftmikrosop. Dabei tastet eine hauchdünne Siliziumnadel über eine Oberfläche und kann so Teilchen in der Größenordnung von millionstel Millimeter dreidimensional abbilden. Das Prinzip des Mikroskops wurde so adaptiert, dass damit Kometenstaub untersucht werden kann. Durchquert der Satellit "Rosetta" - wie geplant 2012 - den Schweif des Kometen "46P/Wirtanen", so werden winzige Staubteilchen gesammelt und auf eine polierte Scheibe aufgebracht.

Temperaturschwankungen im All

Anschließend tritt die Siliziumnadel des Kraftmikroskops in Aktion, die Partikel werden genau untersucht und die Daten zur Erde gefunkt. Nur ein Problem, das die österreichischen Forscher dabei lösen mussten, sind die enormen Temperaturschwankungen im Weltall. Austrian Aerospace entwickelte dafür ein eigenes Verfahren, mit dessen Hilfe sich die Elektronik automatisch nacheicht, so können Ungenauigkeiten auch über eine längere Zeitdauer weitgehend ausgeschlossen werden.

Die reibungslose Funktion des Experiments im Weltraum ist entscheidend, denn "Rosetta" wird nicht zur Erde zurückkehren. Nachdem die Sonde den Kometen Wirtanen mehrere Monate umkreist hat, wird ein eigenes Vehikel ("Rosetta-Lander") auf dem soliden Kern des Schweifsternes aufsetzen und weitere Messungen und Analysen durchführen. Von der ganzen Missione erwarten sich die Wissenschafter vor allem neue Aufschlüsse über die Entstehung unseres Sonnensystems, da man annimmt, dass Kometen aus jenem Urmaterial stammen, das die Planeten formte. (APA)

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