Alternative Telcos sehen keinen Spielraum für weniger Regulierung

19. November 2001, 21:06
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Weniger Marktteilnehmer in den nächsten Monaten erwartet

Zu einer Lockerung der Marktregulierung sehen Österreichs alternative Telkom-Anbieter derzeit keinen Anlass. Das Monopol der Telekom Austria sei noch nicht beseitigt. Nach dem Hype werde in den nächsten Monaten die Zahl der Marktteilnehmer weiter sinken statt wachsen, meinte der Präsident des Verbands alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) und Chef des drittgrößten heimischen Mobilfunkers One, Jörgen Bang-Jensen am Montag vor Journalisten. "Der österreichische Markt ist nicht sehr reif. Nach vier Jahren ist er zwar kein Baby mehr, aber zumindest noch in der Pubertät", meinte Bang-Jensen.

95 Prozent

Die Telekom Austria verfüge immer noch über 95 Prozent der Telefonanschlüsse im Festnetzbereich. Angesichts dessen bestehe auch weiterhin der Bedarf nach einer "ex-ante"-Regulierung, also einer Kontrolle der Tarife des Marktführers vor Veröffentlichung. Eine ex-post-Regulierung greife nicht. Kartell- und Höchstgericht würden zu langsam arbeiten. Bis eine ex-post-Entscheidung der Wettbewerbsbehörde fallen würde, wären viele Unternehmen bereits tot, unterstrich Bang-Jensen.

UTA-Technikvorstand Romed Karre betonte: "Die alternativen Telcos bekennen sich zum Wettbewerb. Wir wollen alles andere als in einer geschützten Werkstätte enden." Jetzt brauche der Markt aber noch einen fairen Schiedsrichter, meinte Karre.

Naturgemäß anders

Bei der Telekom Austria (TA) sieht man das naturgemäß anders. TA-Technikchef Rudolf Fischer sagte, dass der Umsatzanteil der Telekom nur noch bei 63 Prozent liege und der Anteil an Gesprächsminuten nur noch bei 58 Prozent. Die Marktanteilsverluste seien bei der TA deutlich größer gewesen als bei den meisten anderen europäischen Incombents.

Seit Öffnung des Markets habe es dadurch einen Preisverfall von 85 Prozent gegeben habe. Im Mobilfunk betrage die Penetration bereits 82 Prozent. Dies sei nur zu Stande gekommen, weil der Wettbewerb funktioniere, meint Fischer.(APA)

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