UNICEF-Vertreter prangert Misshandlung palästinensischer Kinder an

19. November 2001, 21:06
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Aussagen über Folterungen in israelischen Gefängnissen

Paris - Der UNICEF-Gesandte für den Gazastreifen und das Westjordanland hat massive Misshandlungen palästinensischer Kinder und Jugendlicher in israelischen Gefängnissen angeprangert. Derzeit seien rund 160 Palästinenser im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren in Israel inhaftiert, sagte der Gesandte des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen, Pierre Poupard, am Montag in Paris.

Die meisten von ihnen seien festgenommen worden, weil sie israelische Soldaten mit Steinen attackierten. Sie würden mehrere Tage lang unter extrem harten Bedingungen auf den Polizeiwachen festgehalten und dann monatelang ins Gefängnis gesteckt, bevor es ein Urteil gebe. In dieser Zeit seien sie abgeschnitten von der Außenwelt und dürften keinen Besuch bekommen.

166 palästinensische Kinder

Poupard berief sich auf die Aussagen mehrerer junger Palästinenser, die von der regierungsunabhängigen Organisation Defence for Children International (DCI) aufgezeichnet wurden. Unter anderem zitierte er den Bericht eines zehnjährigen Jungen, der im Juli festgenommen und im Gefängnis von israelischen Polizisten gefoltert und schwer misshandelt worden war.

Seit dem Beginn der zweiten Intifada in den palästinensischen Autonomiegebieten im September vergangenen Jahres wurden laut UNICEF 166 palästinensische Kinder getötet und mehr als 7.000 verletzt. Etwa 530 Kinder trugen durch ihre Verletzungen lebenslange Behinderungen davon. (APA

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