EU weist Unabhängigkeitsforderung Rugovas zurück

19. November 2001, 18:54
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UNO-Resolution 1244 müsse realisiert werden

Brüssel - Die Außenminister der Europäischen Union (EU) haben den Aufruf des Albaner-Führers Ibrahim Rugova zurückgewiesen, die unter UNO-Verwaltung stehende Provinz Kosovo umgehend als unabhängigen Staat anzuerkennen. Auf ihrer Sitzung in Brüssel am Montag stellten die EU-Außenminister klar, dass für die Zukunft der Provinz die UNO-Resolution 1244 maßgebend bleibe, die zwar eine weit reichende Autonomie, aber auch den Verbleib Kosovos im Rahmen der Bundesrepublik Jugoslawien vorsieht.

Belgiens Außenminister Louis Michel wies die Forderung Rugovas mit einem klaren Nein zurück: "Wir sind nicht für eine Unabhängigkeit des Kosovo". Der portugiesische Außenminister Jaime Gama erklärte, dass die UNO-Resolution 1244 "geachtet werden muss". Die definitive Lösung über den Status Kosovos könne nur durch "den direkten Dialog der Regierungen in Belgrad und der Provinz" bestimmt werden, fügte Gama hinzu.

"Die Bibel für den Kosovo"

Auch die österreichische Außenministerin Benita Ferrero-Waldner hatte gemeint, dass die Wahlen kein Votum für die Unabhängigkeit gewesen seien. Diplomaten ergänzten, dass die UNO-Resolution 1244 auch künftig "die Bibel für den Kosovo" bleibe.

Der OSZE-Vorsitzende und rumänische Außenminister Mircea Geoana erklärte laut der jugoslawischen Agentur Tanjug, dass die Kosovo-Wahlen "kein Referendum für die Unabhängigkeit" dargestellt haben."Jetzt fordern wir von der neuen demokratisch gewählten Regierung im Kosovo, dass sie die Fähigkeit zeigt, dass sie die Provinz ohne größere internationale Hilfe führen kann", betonte Geoana und fügte hinzu, dass die komplexen Probleme auf dem Balkan nur von Gesellschaften gelöst werden könnten, die "multiethnisch, tolerant und nach Europa orientiert sind". (APA/Reuters)

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