Die Hände freihaben

21. November 2001, 12:19
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Xybernaut tritt jetzt auch in Österreich auf und forscht mit Grazer Uni

Wien - Xybernaut, das führende US-amerikanische Unternehmen für "wearable computers", tragbare Computer, will nun auch verstärkt den europäischen Markt bearbeiten. "Wir suchen derzeit Anwendungen, wo die mobilen Geräte eingesetzt werden können", sagt Kurt Wimmer von der Wimmer GmbH, einem Wiener Unternehmen, das sich auf Computerzubehör für behinderte Menschen spezialisiert und den Vertrieb der Geräte übernommen hat.

Wimmer sieht vor allem im Gesundheitsbereich Möglichkeiten für die tragbaren Computer, genannt "mobile assistants". Diese kosten, je nach Konfiguration, zwischen 50.000 (3633 EURO) und 100.000 Schilling. Bei den Geräten handelt es sich um einen Rechner, der am Gürtel getragen wird. Wenn die Eingabe nicht per Spracherkennung durchgeführt wird, steckt die Tastatur am Arm. Dazu gehört auch noch ein Farbmonitor, der wie eine Brille über ein Auge geklappt werden kann und über den der Träger beliebige Informationen - etwa Baupläne - zugespielt bekommt. "Damit ließen sich Operationen punktgenau durchführen", sagt Wimmer. Auch für blinde Menschen, meint Wimmer, ließen sich die Geräte gut verwenden: "Man könnte die Brillen mit einer Kamera ausstatten, sodass eine Person in einer Steuerungszentrale dem Blinden innerhalb eine Gebäudes genau sagen kann, wo er sich gerade befindet."

Xybernaut arbeitet bei seinen Lösungen oft mit so genannten Integrationspartnern zusammen. So hat beispielsweise IBM bei einem Weiterbildungsprojekt für Flugzeugtechniker der deutschen Lufthansa Xybernaut-Geräte mit einer E-Learning-Software von IBM ausgestattet. Bei IBM sieht man Anwendungen vor allem in Branchen mit einem hohen Automatisierungsgrad, also etwa Erdölindustrie oder Bauwirtschaft.

Forschung

Gleichzeitig ist Xybernaut Mitte Oktober eine Forschungskooperation mit der Technischen Universität Graz (TUG) eingegangen. Die TUG will zukünftig im Rahmen eines Elektrotechnik- und Telematik-Studiums auch Studiengänge für Wearable Computing anbieten.

Die Technik des Wearable Computing steht erst ganz am Anfang; sehr oft sind die Systeme auch noch nicht sehr ausgereift. So muss man beispielsweise Batterien mit herumschleppen oder wird von langsamen Funkstandards behindert. Dennoch erwartet Xybernaut, dass sich der Markt in den kommenden Jahren jeweils verdreifacht. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Printausgabe 20.11.2001)

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