Die letzte Chance auf frisches Forschungsgeld

19. November 2001, 17:37
posten

Fonds erwarten Zusagen vom Forschungsrat

Wien - Frisches Geld für die beiden Forschungsförderungsfonds und eine Startfinanzierung für ein Programm, das Forschung und Technologieentwicklung stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken soll: Dies sind die als sicher geltenden Resultate des am Dienstag stattfindenden letzten Treffens des Forschungsrats in diesem Jahr. Dieser spricht ja Vergabeempfehlungen für die sieben Milliarden Schilling aus dem von der Regierung zur Verfügung gestellten Technologie-Sondertopf aus.

Im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) pocht man aber auch mit Vehemenz auf Mittelzusagen für lange schon beim Rat liegende Programmanträge. Ohne diese könnte etwa Ministerin Monika Forstinger das als technologiepolitisches Paradeprojekt ihres Ressorts präsentierte Verkehrstelematikprogramm heuer nicht mehr startklar machen. Und dabei geht es um 820 Millionen Schilling.

Aber auch die anderen technologieverantwortlichen Ressorts wollen sich noch Anteile aus dem zusehends kleiner werdenden Kuchen sichern: Im Wissenschaftsministerium hält man für die Anschlussfinanzierung bestehender und die Einrichtung bisher zurückgestellter und zusätzlich neuer Programme Anträge im Volumen von 1,2 Mrd. S in der Pipeline. Und im Wirtschaftsministerium meldet man zur Fortsetzung bisher startfinanzierter Programme einen Finanzbedarf von rund 400 Mio. S an.

Hoher Erwartungsdruck

Die Sitzung des Forschungsrats steht damit wieder einmal unter hohem Erwartungsdruck, der umso größer ist, als die Mittel aus dem Technologie-Sondertopf ihrer Neige zugehen: 4,8 der insgesamt sieben Milliarden sind - zum Teil zwar noch an Bedingungen geknüpft - schon vergeben.

Und von den verbleibenden 2,2 Mrd. S will sich der Rat einen Teil für ein von ihm selbst konzipiertes Biotechnologieprogramm sichern. Dabei sollen etwa in einem groß angelegten Stipendienprogramm Wissenschaftler aus dem Ausland angeworben werden. Damit könnte eine weitere Vergabetranche am heutigen Dienstag auch schon die letzte auf absehbare Zeit sein.

Fixstarter für eine Zusatzfinanzierung sind bei der Sitzung jedenfalls die zum Forstinger-Ministerium ressortierenden Förderfonds: Für den Fonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF) sind 450 Mio. S beantragt, für den Fonds für die wissenschaftliche Forschung (FWF) 350 Mio. S. Beide Fonds wurden heuer schon einmal aus dem Sondertopf mit insgesamt 550 Mio. S beteilt. Sie sind angesichts unausreichender Dotierung in den ordentlichen Budgets auf diese Mittel auch dringend angewiesen. (Johannes Steiner, DER STANDARD, Printausgabe 20.11.2001)

Share if you care.