BMW trotz Terrorkrise weiter voll in Fahrt

19. November 2001, 17:37
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Lob für Produktionsstandort Österreich - Vertriebschef Micheal Ganal im Standard-Interview

Wien/München - Gegenläufig zur Terror- und Wirtschaftskrise fährt der deutsche Premium-Autobauer BMW weiter auf vollen Touren. Noch 1999 drohten die Bayern wegen der Rover-Krise mit Motorschaden hängen zu bleiben, nun starten sie auf allen Fronten - Absatz, Umsatz, Profit - voll durch. Erstmals werden heuer mehr als 900.000 Pkw abgesetzt, das profitable US-Geschäft boomt ungebrochen (was nur wenige behaupten können), die Stückzahl-Million wird demnächst fallen.

Warum dies trotz des 11. September so ist, erläuterte BMW-Vertriebschef Michael Ganal im Gespräch mit dem Standard. Einerseits sei die Strategie, sich mit allen Konzernmarken - Mini, BMW, Rolls-Royce (kommt ab 2003 von VW zu BMW) - im Premiumsegment zu positionieren, aufgegangen. Außerdem würden die Menschen ihr Geld in Krisenzeiten eher in Wertbeständiges investierten, und ein BMW sei nun einmal "ein Auto mit bestem Gegenwert", so Ganal selbstbewusst.

Mini-Absatz über den Erwartungen

Offenbar weit über Erwarten liegt auch der Absatz der Konzernmarke Mini. Bei diesem erst seit wenigen Monaten erhältlichen pfiffigen Kleinwagen produziere man schon jetzt an den Kapazitätsgrenzen, freut sich der Vertriebschef. Und dabei sei das Auto auf dem US-Markt noch gar nicht eingeführt - "dort zeichnet sich eine regelrechte Minimania ab". Einen ähnlichen Rummel dürfte es in Ja 2. Spalte pan geben, der Mini, der künftig zu einer ganzen Produktfamilie ausgebaut wird, war eines der meistumlagerten Fahrzeuge auf der Tokyo Motor Show Ende Oktober. Anders als vielfach kolportiert, werde man deshalb schon mit der ersten Mini-Generation Geld verdienen, weist Ganal Gerüchte um ein allzu kostenintensives Engagement in dieser Fahrzeugklasse zurück.

Produktoffensive geht weiter

Wie geplant geht auch die BMW-Produktoffensive weiter. Dabei ist die Entscheidung, mit dem modischen Geländewagen X3 (ab 2004) erstmals ein komplettes Fahrzeug außer Haus produzieren zu lassen, für Ganal nur folgerichtig - "obwohl der X3 durch und durch ein BMW sein wird". Magna Steyr in Graz hatte den Großauftrag ja kürzlich an sich ziehen können. Der Grund: "Hier sitzen die besten Allradspezialisten."

Überhaupt sei man mit dem Engagement in Österreich - in Steyr unterhält BMW sein größtes Motorenwerk - mehr als zufrieden, lobt Ganal: "Die Jungs in Steyr haben uns mit Diesel an die Spitze gebracht." (Andreas Stockinger, DER STANDARD, Printausgabe 20.11.2001)

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