USA besorgt über B-Waffen-Pläne Bin Ladens

19. November 2001, 14:37
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Irak des Aufbaus von biologischem Waffenprogramm verdächtig - UNO-Konferenz in Genf

Genf - Die USA sind besorgt über mögliche Pläne des Terroristenführers Osama bin Laden, biologische Waffen oder Kampfstoffe zu erwerben. Bin Laden könnte versucht haben, vielleicht sogar mit Unterstützung bestimmter Staaten eine zumindest rudimentäre B-Waffen-Fähigkeit für seine Organisation zu erlangen, sagte der Abteilungsleiter im US-Außenministerium für B-Waffen, John Bolton, am Montag in Genf. Die USA vermuteten, das Länder wie der Irak, der Iran, Libyen, Nordkorea, Syrien und der Sudan biologische Waffenprogramme verfolgen.

Bolton sprach auf der Konferenz der Vertragsstaaten der UNO-Konvention zum Verbot biologischer Waffen. Im vergangenen Juli hatte die US-Regierung die 144 Unterzeichnerstaaten mit der Zurückweisung des in sechsjährigen Verhandlungen ausgehandelten Protokolls zur Durchsetzung der 1972 vereinbarten B-Waffen-Konvention schockiert. US-Präsident George W. Bush bezeichnete die darin gemachten Kontrollvorschläge als uneffektiv.

Keine Zweifel an der Existenz des Programms

Bolton sagte, es gebe keinen Zweifel an der Existenz eines irakischen B-Waffenprogramms. Die USA hätten den Verdacht, dass der Irak die inzwischen dreijährige Abwesenheit von UNO-Rüstungskontrolleuren dazu genutzt habe, "alle Phasen seines offensiven biologischen Waffenprogramms zu verbessern". Von Nordkorea nähmen die USA an, dass dort ein nationales Programm mit dem Ziel verfolgt werde, biologische Kampfstoffe zu entwickeln, zu produzieren und in Waffen zu verwenden. Der Iran wies Boltons Vorwurf, Teheran könnte B-Waffen entwickeln wollen, als unbegründet zurück.

Der belgische Botschafter Jean Lint erklärte im Namen der Europäischen Union, die 15 Mitgliedstaaten befürworteten die Aufnahme von "Ermittlungsprozeduren" in ein neues Abkommen. UNO-Generalsekretär Kofi Annan sagte in einer Grußbotschaft, die Anschläge vom 11. September hätten noch verheerendere Folgen haben können, wenn dabei Massenvernichtungswaffen eingesetzt worden wären. "In den vergangenen Wochen hat die Welt die Verwendung biologischer Kampfstoffe gesehen, um Chaos und Terror auszulösen", mahnte er.

Unter dem Eindruck der Milzbrand-Anschläge nach dem 11. September hatte Bush strenge Kontrollverfahren und ein rigoroses gesetzliches Vorgehen in den 144 Unterzeichnerstaaten gegen Vertragsverletzungen gefordert. Abrüstungsexperten in Genf erklärten, was sie seitdem an US-Vorschlägen gesehen hätten, bleibe jedoch hinter dem von den USA zurückgewiesenen Protokoll zurück. (APA/AP)

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    Bin Laden-Montage einer jordanischen Zeitung

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