Israelische Armee entführt Hamas-Führer aus dem Gaza-Streifen

19. November 2001, 14:31
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Für Soldatenmord verantwortlich gemacht

Gaza - Die israelische Armee hat am Montag im nördlichen Gaza-Streifen ein Mitglied der radikalen Hamas-Gruppe entführt. Nach palästinensischen Angaben brachte ein israelisches Sonderkommando Abed Abu Hussa in der Stadt Gaza in seine Gewalt. Er wird von Israel verdächtigt, an der Entführung und Tötung zweier israelischer Soldaten vor mehr als zehn Jahren beteiligt gewesen zu sein. Auch von israelischer Seite wurde die Entführung Hussas bestätigt.

Hussa gilt als einer der Gründer des militärischen Arms der Hamas, "Ezzedin el Kassam", der seit 1994 zahlreiche Selbstmordanschläge in Israel verübt hat. Der geistliche Führer der Hamas-Bewegung, Scheich Ahmed Yassin, hatte die Palästinenser zu Beginn des Fastenmonats Ramadan aufgerufen, den Kampf gegen Israel "bis zum Sieg oder bis zum Märtyrertum" fortzusetzen. Israel und den USA warf Yassin am Freitag in Gaza vor, einen "terroristischen Krieg" gegen Moslems zu führen.

Die "Hamas" entstand während des Volksaufstands (Intifada) in den besetzten Gebieten von 1987 bis 1993. "Hamas" ist eine Abkürzung für "Bewegung des Islamischen Widerstandes". Die Hochburg der Hamas liegt im Gaza-Streifen. Yassin war 1997 nach zehnjähriger Haft in Israel auf jordanischen Druck freigelassen worden. Der damalige König Hussein hatte Yassins Freilassung ultimativ verlangt, nachdem zwei mit gefälschten kanadischen Pässen ausgestattete Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad nach dem gescheiterten Versuch, den Hamas-Führer Khaled Mechaal in Amman zu ermorden, von den jordanischen Behörden festgenommen worden waren. (APA)

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