Im Femtosekundenbereich

19. November 2001, 14:14
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Neue Zeitlupenkamera kann einen der schnellsten in der Natur ablaufenden Vorgänge beobachten

München - Wissenschaftern der Technischen Universität (TU) München ist es gelungen, einen der schnellsten in der Natur ablaufenden Vorgänge zu beobachten: den Aufbau von Vielteilchen-Wechselwirkungen. Die Forscher um Privatdozent Alfred Leitenstorfer entwickelten dazu eine grundlegend neuartige Zeitlupenkamera mit unvorstellbar hoher Auflösung, teilte die TU am Montag in München mit. Vorgänge, die innerhalb von nur wenigen Femtosekunden ablaufen, können damit studiert werden. Eine Femtosekunde entspricht einem Millionstel einer Milliardstel Sekunde.

Die TU-Physiker untersuchten eine hochreine Halbleiterschicht aus Galliumarsenid, die unter der Leitung von Prof. Gerhard Abstreiter, Ordinarius für Experimentalphysik am Walter-Schottky-Institut in Garching, hergestellt worden war. Durch optische Anregung mit einem kurzen Laserlichtblitz könne so innerhalb von zehn Femtosekunden ein dichtes Plasma aus frei beweglichen Elektronen im Halbleiterkristall erzeugt werden. Das Forscherteam der TU konnte erstmals zeigen, dass sich ein hochkomplexer Vorgang erst mit einer gewissen Verzögerung aufbaut. Derartige quantenkinetische Phänomene seien seit Jahren Gegenstand intensiver Diskussionen in der theoretischen Physik, teilte die Universität mit. (APA/dpa)

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