Verschärfte Lkw-Kontrollen in Tirol

19. November 2001, 14:00
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Nach Unglück in Gotthard-Tunnel hat Schwerverkehr um zwölf Prozent zugenommen

Innsbruck - Der Schwerverkehr durch Tirol habe seit dem Unglück vom 24. Oktober im Schweizer Gotthard-Tunnel um zwölf Prozent zugenommen, erklärte am Montag Tirols Landeshauptmann Wendelin Weingartner (V) in einer Pressekonferenz in Innsbruck. Demnach würden insgesamt über 6.000 Lkw pro Tag durch Tirol rollen. Daher seien beim Schwerverkehr "strengere Kontrollen" notwendig, sagte Weingartner.

Inntalautobahn

Seit den Morgenstunden wurde eine verschärfte Kontrolle auf der Inntalautobahn in beiden Fahrtrichtungen angeordnet. Die dadurch entstehenden Verkehrsbehinderungen gingen nicht auf einen "Staubedarf", sondern auf einen "Kontrollbedarf" zurück, betonte der Landeshauptmann die Dringlichkeit einer solchen Aktion. 73 Mitarbeiter würden Gewicht, Ökopunkte, Lenk- und Ruhezeiten, technische Zustände und Tiertransporte überprüfen, führte Hansjörg Constantini, Vorstand der Abteilung Verkehr aus. Überladene Lkw dürften nicht mehr weiterfahren und würden abgeleitet. Ein besonderes Augenmerk werde auf Tiertransporte gelegt, die in der Vergangenheit zugenommen hätten, sagte Constantini.

Ahndung der "Black-List-Fahrer"

In der Diskussion um die Ahndung der "Black-List-Fahrer" durch Österreich sei Tirol nach wie vor das einzige Bundesland, das die illegalen Fahrten strafe, bemängelte Weingartner. Jedoch könnten nach wie vor nur einheimische Fahrer zur Kasse gebeten werden. Die Zahl der Ökopunktesünder sei inzwischen um eine "Zehnerpotenz" auf einige Hundert gesunken, da viele bilateral durchfahren und somit das Ökopunktesystem umgehen würden.

Daher sei der Bund verpflichtet, zu handeln, forderte Weingartner. Er sprach sich für eine langfristige Lösung des Transitverkehrs aus. Es sei nichts Neues, das hier verlangt würde, sondern nur die Umsetzung der EU-Rechtsnormen, betonte der Landeschef. Wichtig sei auch eine Querfinanzierung der Verkehrsinfrastruktur, doch dabei gebe es Widerstand aus der Bundeshauptstadt. Die Mauteinnahmen aus der Brennerautobahn würden anstatt in die Finanzierung des Brennerbasistunnels nach Wien fließen. Auch müssten bei den Emissionswerten von den "realen" Werten ausgegangen werden. Ein Minus von 60 Prozent beruhe auf "fiktiven Zahlen", denn die Umweltbelastung sei durch den Verkehr gestiegen. (APA)

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