Spanien: Demonstrationen gegen Errichtung eines marokkanisches Konsulats

19. November 2001, 13:44
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Richter: "Rassistische Motive"

Almeria - Bewohner von Almeria wehren sich mit allen Mitteln dagegen, dass ein marokkanisches Konsulat in der südostspanischen Stadt eingerichtet wird. Dutzende von Bewohnern setzten sich am Montag mit Stühlen vor das Gebäude der diplomatischen Vertretung, um deren Öffnung zu verhindern. In der vorigen Woche hatten Demonstranten Arbeiter gewaltsam daran gehindert, Umbauarbeiten im Konsulat vorzunehmen. Der marokkanische Konsul wurde beschimpft.

Ein Untersuchungsrichter leitete Ermittlungen gegen die Anführer der Proteste ein. Dazu gehören eine Bezirksbürgermeisterin und die Vorsitzenden von Nachbarschaftsverbänden. Der Richter hielt ihnen vor, bei den Protesten aus rassistischen Motiven zu handeln: "Wenn die Schweiz oder Schweden hier ein Konsulat einrichten wollten, hätte niemand etwas dagegen."

Die Marokkaner waren zuvor in zwei anderen Stadtbezirken mit der Einrichtung eines Konsulats am Widerstand der Bevölkerung gescheitert. Der Richter betonte, es sei eine "Schande", dass die spanischen Behörden den Marokkanern nicht zu ihrem Recht verholfen hätten. In der Gegend von Almeria leben Tausende von marokkanischen Gastarbeitern. Im nahe gelegenen El Ejido war es im Februar 2000 zu den schwersten ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Spanien gekommen. (APA/dpa)

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