Einigung auf neuen Kollektivvertrag im Handel

20. November 2001, 13:32
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Erhöhungen zwischen 2,3 und 2,8 Prozent - Demonstrationsdrohungen vom Tisch

Wien - Die 350.000 Handelsangestellten und 100.000 Beschäftigten in ähnlichen Berufen können ab Jänner mit - je nach Gehaltshöhe - Einkommenszuwächsen von 2,3 bis 2,8 Prozent rechnen. Nach zähen Verhandlungen haben sich Arbeitgebervertreter und Gewerkschaft auf eine Erhöhung der kollektivvertraglichen Mindestgehälter (nur diese werden unter Beibehaltung der schillingmäßigen Überzahlung verhandelt) um 1,8 Prozent plus einen Absolutbetrag von 130 S monatlich geeinigt. Im Durchschnitt aller Gehaltsklassen bedeutet das eine Erhöhung um 2,52 Prozent (inkl. Euroaufrundung), so der KV-Verhandler der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Erich Reichelt.

Der Obmann der Sektion Handel in der Wirtschaftskammer, Erich Lemler, sprach von einem "realistischen Abschluss". Der gestern Nacht gefundene Kompromiss habe natürlich unterschiedliche Bedeutung für die einzelnen Unternehmen, doch sollten sowohl die Großen als auch die Kleinen damit leben könnten.

Demonstrationsdrohungen vom Tisch

Mit dem gestern gefundenen Kompromiss sind auch die Demonstrationsdrohungen der Gewerkschaft vom Tisch. "Mehr war nicht möglich", kommentiert Reichelt das Ergebnis. Man sehe ein, dass der wirtschaftliche Rahmen nicht der gleiche sei wie im Vorjahr. Es sehe zwar eine Verflachung der Handelsumsätze, von einer Rezession könne aber keine Rede sein. Vor allem der "immer unerträglichere Kampf der großen gegen die kleinen Unternehmen" sei zunehmend schwierig "unter einen Hut zu bringen".

Für GPA-Vorsitzenden Hans Sallmutter ist der gestern vereinbarte KV-Abschluss "auf das entschiedene und geschlossene Auftreten der gesamten Gewerkschaft zurückzuführen". Die durchschnittliche Gehaltserhöhung von 2,52 Prozent bedeute für jene Beschäftigungsgruppen, wo die meisten Angestellten im Handel eingestuft seien, einen Abschluss über der prognostizierte Inflationsrate von 2,6 Prozent. Damit sei das von der GPA gesteckte Ziel für die Verhandlungen weitgehend erreicht worden.

Die arbeitsrechtlichen Forderungen der Gewerkschaft aber auch der Arbeitgeber wie etwa der Wegfall der unbezahlten Mehrarbeit bzw. der Samstagregelung wurde letztlich auf Gespräche während des Jahres vertagt.

(APA)

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