BBC: Bin Laden sorgte für Tod westlicher Geiseln in Tschetschenien

19. November 2001, 14:27
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Terroristenführer soll 1998 für Ermordung gezahlt haben

London - Der mutmaßliche Terroristenführer Osama bin Laden soll nach Angaben des britischen Rundfunksenders BBC hinter der Ermordung von vier westlichen Geiseln in der Kaukasusrepublik Tschetschenien vor drei Jahren stehen. Die vier Mitarbeiter einer Telekommunikationsfirma, drei Briten und ein Neuseeländer, seien auf Geheiß eines mit Bin Laden befreundeten Kommandeurs ermordet worden, teilte die BBC am Sonntag mit.

Ihr Arbeitgeber habe für die Freilassung der Verschleppten zehn Millionen Dollar (11,33 Mill. Euro/156 Mill. S) zahlen wollen, Bin Laden habe dem Kommandeur Arbi Barajew jedoch drei Mal soviel Geld für den Tod der Entführten geboten. Die BBC berief sich auf einen Russen, der mit den westlichen Geiseln verschleppt war. "Jetzt bekommen wir 30 Millionen, nicht zehn. Unsere Brüder im Osten wollten es so haben", soll Barajew nach der Ermordung der Männer demnach gesagt haben.

Die vier Männer waren im Oktober 1998 in einem Vorort der tschetschenischen Hauptstadt Grosny entführt worden. Sechs Wochen später wurden ihre abgetrennten Köpfe gefunden. Hinter der Entführung war damals eine Gruppe der islamischen Wahhabiten-Sekte vermutet worden. Die Briten und der Neuseeländer waren die ersten westlichen Geiseln, die in Tschetschenien umgebracht wurden. (APA)

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