Moskau sieht keine Fortschritte nach Gespräch mit Tschetschenen

19. November 2001, 18:36
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Russland will Zeitplan für Entwaffnung der Separatisten

Moskau - Die russische Führung sieht nach dem ersten Gespräch mit den tschetschenischen Separatisten keine Fortschritte für die Beilegung des seit zwei Jahren dauernden Krieges. Der russische Unterhändler Viktor Kasanzew sagte am Montag in Moskau, sein tschetschenischer Gesprächspartner Achmed Sakajew habe "nichts über den Modus der Entwaffnung der bewaffneten Banden oder über die Rückkehr der Rebellen ins Zivilleben sagen können".

Kasanzew als Vertreter von Präsident Wladimir Putin im Nordkaukasus und Sakajew, ein Mitarbeiter des mit Haftbefehl gesuchten tschetschenischen Präsidenten Aslan Maschadow, hatten sich am Sonntag für zwei Stunden auf einem Moskauer Flughafen getroffen. Die Gespräche sollen fortgesetzt werden, "wenn sie zum Frieden führen", sagte Kasanzew. Nach seiner Einschätzung wollen die Tschetschenen "etwas an der Lage verändern, sie sind aber nicht zu praktischen Schritten bereit."

Auch Sakajew sagte nach der Rückkehr in die Türkei am Sonntag, die Gespräche sollten fortgesetzt werden. Der Unterhändler der Tschetschenen war bei dem Besuch in Moskau vom Vorsitzenden der Liberalen Partei der Türkei, Besim Tibuk, begleitet worden. Sprecher des Kremls erklärten am Montag, Russland wolle keine internationale Vermittlung im Tschetschenien-Konflikt. (APA/dpa)

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