Japan: Konjunkturelle Entwicklung hat sich weiter verschlechtert

19. November 2001, 14:01
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Notenbank senkt ihre Beurteilung das sechste Mal in Folge

Tokio - Die konjunkturelle Entwicklung in Japan hat sich nach Einschätzung der Bank of Japan (BoJ) weiter verschlechtert. In ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht drückt die Notenbank vor allem ihre Besorgnis über den anhaltenden Rückgang von Exporten und Produktion aus. Diese Entwicklung habe negative Auswirkungen auf Einkommen und Ausgaben der privaten Verbraucher, darüber hinaus sorge sie für fortgesetzten Deflationsdruck, heißt es in dem Bericht.

Zudem sei der Trend der Investitionen und Unternehmensgewinne weiter nach unten gerichtet. Die Notenbank stufte damit bereits den sechsten Monat in Folge ihre Beurteilung der japanischen Wirtschaftsentwicklung herab.

Vorerst keine Besserung in Sicht

Auch für die kommende Zeit erwartet die Bank of Japan (BoJ) keine Besserung der konjunkturellen Entwicklung in Japan, das offenbar in die vierte Rezession in den vergangenen zehn Jahren zu fallen droht. In dem am Montag vorgelegten Monatsbericht heißt es, für die kommenden Monate werde mit einer sinkenden Produktion und fallenden Exporten gerechnet, zudem bestehe nach den Terroranschlägen vom 11. September das Risiko einer verlängerten Wachstumsschwäche in den USA mit entsprechend negativen Folgen für Japan.

Die BoJ hatte noch am vergangenen Freitag auf ihrer zweiwöchentlichen Sitzung ihre geldpolitischen Variablen unverändert gelassen. Damit liegen die freien Bankenreserven weiterhin bei über 6 Mrd. Bill. Yen (55,3 Mrd. Euro/761 Mrd. S). Die Notenbankzinsen notieren bereits seit März dieses Jahres praktisch bei null Prozent.

Kritiker raten der BoJ, die einzige geldpolitische Möglichkeit zur Belebung der Wirtschaft und zur Bekämpfung der Deflation bestehe zurzeit in einer massiven Yen-Abwertung, die durch Interventionen am Devisenmarkt erreicht werden könnte. (APA/vwd)

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