Solana: EU-Eingreiftruppe von 2003 an einsatzfähig

19. November 2001, 13:27
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EU-Minister beraten über Afghanistan, Nahost und Militärpolitik

Brüssel - Die schnelle Eingreiftruppe der Europäischen Union wird nach den Worten des EU-"Chefdiplomaten" Javier Solana von 2003 an einsatzfähig sein. Dabei müssten jedoch möglicherweise Ausmaß und Entsendungsdauer beschränkt werden, auch ein höheres Risiko sei nicht auszuschließen, sagte der EU-Beauftragte für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik am Montag in Brüssel bei einem Treffen mit den EU-Verteidigungsministern.

Mehr Anstrengungen seien nötig, um auch sehr komplizierte Aufträge auszuführen, sagte der Spanier. Insgesamt sei das Vorhaben, die Truppe mit bis zu 60.000 Bodensoldaten für humanitäre Einsätze und Friedenssicherung verfügbar zu machen, auf einem guten Weg. "Die EU hat ihre internationale Verantwortung ernst genommen und eine große Anstrengung gemacht, eine größere internationale Rolle zu spielen", sagte Solana laut seiner Behörde. Die Mitgliedstaaten wollen, wie schon vor einem Jahr, mitteilen, mit welchen Truppenstärken sie an der Krisenreaktionseinheit der EU teilnehmen wollen.

EU-Minister beraten über Afghanistan, Nahost und Militärpolitik

Die EU-Außenminister sind am Montag in Brüssel zusammengekommen, um über Afghanistan und den Friedensprozess im Nahen Osten zu beraten. Gemeinsam mit ihren Amtskollegen aus den Verteidigungs- und Innenressorts werden sie zudem über die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik sprechen.

Die EU will nach dem Ende der Taliban-Herrschaft in Afghanistan eine "sichtbare Rolle" spielen. Sie ist bereits einer der größten Geldgeber in der krisengeschüttelten Region. Zusammen mit den Ausgaben der 15 EU-Mitgliedstaaten beläuft sich die Hilfe aus Brüssel in diesem Jahr auf 320 Millionen Euro (4,40 Mrd. S).

Im Nahen Osten ist derzeit eine hochrangige EU-Delegation mit dem Ziel unterwegs, Palästinenser und Israelis an den Verhandlungstisch zurückzubringen. Vertreter der Delegation sind Kommissionspräsident Romano Prodi, Ratspräsident Guy Verhofstadt und der EU-Außenkoordinator Javer Solana.

Geplant ist auch die Fortsetzung der Vorbereitungsgespräche zur Schaffung einer EU-Eingreiftruppe. Diese Krisentruppe soll im Umfang von 60.000 Soldaten bis 2003 aufgebaut sein.

Österreich wird von Verteidigungsminister Herbert Scheibner (F) und Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) vertreten. (APA/dpa/AP)

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