Greenpeace und GLOBAL 2000-Aktivisten empört über ÖVP

20. November 2001, 11:52
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Besetzung der Parteizentrale hält trotz Kälte an

Wien - Nach der ersten Nacht der Besetzung der ÖVP-Parteizentrale zeigen sich die Aktivisten von Greenpeace und GLOBAL 2000 empört über die Haltung der ÖVP. "Wenn die ÖVP gegen Temelin genauso viel Konsequenz zeigen würde wie gegen friedliche Demonstranten, müssten wir nicht hier sitzen" kritisierte Jens Karg, Anti-Atom-Campaigner von GLOBAL 2000 Dienstag früh laut einer Aussendung der Umweltorganisationen Greenpeace und Global 2000 sowie der OÖ-Plattform.

"Die ÖVP-Position führt nur zu einer Alibi-Aufrüstung von Temelin. Wir aber fordern die höchsten Standards. Und das können nur die Bedingungen des deutschen Genehmigungsverfahrens sein. Wenn diese nicht erfüllt werden können, wird dies wahrscheinlich zur Schließung von Temelin führen", meinte Erwin Mayer, Anti-Atom-Sprecher von Greenpeace Österreich.

Schlechte Behandlung

Die ÖVP verweigert der Aussendung zufolge den Aktivisten sowohl den Zugang zu Toiletten als auch zu Verpflegung. Außerdem wurde die Heizung während der Nacht abgedreht, um die Umweltschützer durch die Kälte zum Abzug zu zwingen. Auch der Kontakt mit den Aktivisten draußen werde von der ÖVP unmöglich gemacht. "Bei allen bisherigen Aktionen ist uns noch nie eine solche Behandlung wiederfahren", so die Umweltschützer. Trotzdem harren die Aktivisten seit etwa 24 Stunden aus, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. Sie fordern weiterhin von Parteichef Bundeskanzler Wolfgang Schüssel eine verbindliche Zusage, dass das Energiekapitel mit der tschechischen Republik nicht abgeschlossen wird solange das Atomkraftwerk Temelin nicht dem Stand der Technik entspricht.

Eine kleine Delegation der Oberösterreichischen Plattform gegen Atomgefahr wird demnächst zu einem Solidaritätsbesuch in Wien erwartet. "Wir haben einen großen Stop-Temelin-Aufkleber für die ÖVP-Parteizentrale im Reisegepäck, damit ein für allemal klar ist: Temelin muss gestoppt", sagt Josef Pühringer von der Plattform. "Die Aktion wird am heutigen Tag weitergeführt", kündigen die drei Anti-Atom-Organisationen an. (APA)

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