"Iswestija": Westen behält im Kosovo Fäden der Macht in der Hand

19. November 2001, 08:55
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Moskau - Scharfe Kritik an der NATO und den USA übt die russische Tageszeitung "Iswestija" am Montag in einem Kommentar zum Ausgang der Wahlen im Kosovo. "Die erste Wahl nach dem Verlust der Provinz durch (den früheren jugoslawischen Machthaber) Slobodan Milosevic und deren Übergang unter internationale Kontrolle im Mai 1999 war eine einzige globale Intrige", schreibt das Blatt.

"Der Westen fürchtete eine eventuelle Machtübernahme durch den unkontrollierbaren und unberechenbaren Hashim Thaci, um den sich die Extremisten geschart haben. Wäre dieser Mann Kosovo-Präsident geworden, wären alle Pläne von UNO, Europäischer Union und OSZE gescheitert. (...) Mit Ibrahim Rugova behält der Westen die Fäden der Macht im Kosovo - de jure eine serbische Provinz, de facto ein NATO-Protektorat - in seiner Hand."

Das nach dem Krieg 1999 errichtete Protektorat, das durch die NATO-geführte internationale Streitmacht KFOR ausgeübt wird, basiert auf der Resolution 1244 des UNO-Sicherheitsrates. Dür die Dauer der internationalen Übergangsverwaltung hat die Staatengemeinschaft keinen zeitlichen Rahmen festgelegt. Die Resolution 1244 enthält die ausdrückliche Verpflichtung zur "Wahrung der Souveränität und territorialen Integrität Jugoslawiens". Dem Kosovo werden lediglich "substanzielle Autonomie und Selbstverwaltung" nach einer Periode internationaler Überwachung versprochen. (APA/dpa)

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