Offensive gegen philippinische Moslemrebellen: Über 110 Tote

21. November 2001, 10:57
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Luftwaffe will Verstecke weiter angreifen

Zamboanga - Die anhaltende Militäroffensive auf der südphilippinischen Insel Jolo gegen Moslemrebellen hat nach Armeeangaben bis zum Mittwoch mindestens 113 Menschen das Leben gekostet. Wie ein Sprecher der Streitkräfte mitteilte, seien bei den Gefechten mehr als 100 Mitglieder der Moro-Nationalen Befreiungsfront (MNLF) getötet worden. Zudem seien vier Soldaten und sieben Zivilisten ums Leben gekommen sowie Dutzende Menschen verletzt worden.

Die Luftwaffe wolle ihre Angriffe noch verstärken, sagte der Sprecher. Drei zusätzliche Kampfflugzeuge seien inzwischen nach Jolo verlegt worden. "Wir kennen ihre Verstecke und wir werden diese Verstecke weiter aus der Luft angreifen", betonte er.

Das Militär hatte die Offensive gestartet, nachdem am Freitag mehrere hundert MNLF-Kämpfer Militär- und Polizeiposten sowie den Flughafen auf Jolo beschossen hatten. Die Regierung glaubt, dass der Anführer der MNLF und Gouverneur der Autonomen Moslemregion Mindanao (ARMM) im Süden des Landes, Nur Misuari, hinter der Attacke steckt. Es wurde vermutet, dass er damit die Wahlen in der Autonomieregion am 25. November stören wollte, da der Termin seiner Meinung nach nicht gesetzesgemäß ist. Gegen Misuari wurde Haftbefehl erlassen.

Präsidentin Gloria Arroyo unterstützt bei den Regionalwahlen den Kandidaten der mit Misuari verfeindeten MNLF-Fraktion. Misuari war 1996 nach Unterzeichnung eines Friedensvertrags mit Manila Gouverneur der fünf Provinzen umfassenden autonomen Region für ein moslemisches Mindanao (ARMM) geworden.

Die MNLF hatte 1996 ein Friedensabkommen mit der Regierung in Manila geschlossen. Misuari war daraufhin zum Gouverneur der fünf südliche Provinzen umfassenden ARMM ernannt worden, während Teile der Moslemguerilla in die Streitkräfte eingegliedert wurden. Jolo war 2000 durch die monatelange Entführung westlicher Touristen in die Schlagzeilen geraten. (APA/dpa)

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