Kostunica: Kosovo bleibt Teil Jugoslawiens

19. November 2001, 07:20
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Svilanovic: Keine Rede über Unabhängigkeit

Belgrad - Nach den Wahlen im Kosovo haben führende serbische und jugoslawische Politiker am Sonntag erneut bekräftigt, dass die südserbische Provinz Teil Jugoslawiens bleibe. Der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica betonte, dass es über die Rückkehr der Serben nach Kosovo und die Rückkehr Kosovos nach Serbien und Jugoslawien keine Debatten geben dürfe.

Auch die internationale Gemeinschaft habe garantiert, dass das neue Parlament im Kosovo die Unabhängigkeit nicht proklamieren könne, erinnerte Kostunica an die UNO-Resolution 1244 (substantielle Autonomie für Kosovo unter Wahrung der jugoslawischen Souveränität) und den zwischen dem serbischen Vizeministerpräsidenten Nebojsa Covic und UNMIK-Chef Hans Häkkerup unterzeichneten Vertrag.

"Am wichtigsten in dieser Stunde ist, neben allen begründeten und unbegründeten Unterschieden und Streitigkeiten, dass die Serben im und vom Kosovo, jene, die an den Wahlen teilnahmen und jene, die nicht den Mut zur Teilnahme fassten, akzeptieren, dass etwas besteht, über das es kein Streiten gibt und das ist die Rückkehr der Serben nach Kosovo und die Rückkehr Kosovos in das Gefüge Serbiens und Jugoslawiens", wurde Kostunica vom Belgrader Sender B-92 zitiert.

Der Präsident äußerte sich auch über die Wahlteilnahme der Serben an den Wahlen sehr zufrieden. Die Serben hätten ihre "politische Weisheit, Entschiedenheit und Verantwortung" gezeigt und einen "Beweis für ihre Reife und ihr Bewusstsein über das staatliche Ganze" gezeigt, so Kostunica. Der Kampf für die Rechte der Kosovo-Serben und für die Reintegration Kosovos in Jugoslawien werde in einer sehr schweren und mühsamen Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft fortgesetzt. "Einen anderen Weg gibt es nicht, ein anderer Weg wäre auch kein Weg", erklärte Kostunica, denn dieser könnte nur die Rückkehr des Landes in die Isolation und in die Welt der Sanktionen bedeuten und auch darin münden, dass die internationale Gemeinschaft weniger Interesse am Erhalt Jugoslawiens zeigen könnte.

Der jugoslawische Außenminister Goran Svilanovic gratulierte dem LDK-Vorsitzenden Ibrahim Rugova zum inoffiziellen Wahlsieg und betonte gleichzeitig, dass es über die Unabhängigkeit Kosovos keine Diskussion gebe. "Die Garantien für die Integrität Jugoslawiens wurden durch die UNO-Resolution 1244 gegeben und dem Vertrag zwischen Nebojsa Covic und Hans Häkkerup bestätigt", bekräftigte Svilanovic.

Die Bundes- und Republiksregierungen würden auch künftig die Kosovo-Serben in allen Aspekten, insbesondere Bildung, Gesundheit und Schulwesen unterstützen, sagte der Außenminister. Die intensive Zusammenarbeit werde im Rahmen der nach den Wahlen zu bildenden Institutionen fortgesetzt, sodass die Kosovo-Serben "in einem umso größeren Maße ihre Rechte realisieren können und Unterstützung von allen übrigen Bundes- und Republiksinstitutionen bekommen", bekräftigte Svilanovic. (APA)

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