Conoco und Phillips heiraten

19. November 2001, 19:03
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Beide Konzerne rücken zusammen zur Nummer sechs in der Welt des Öls auf

Bartelsville - Die beiden US-Ölriesen Conoco und Phillips Petroleum gehen zusammen. Das neue Unternehmen Conoco-Phillips ist der sechstgrößte integrierte Erdölkonzern weltweit und zugleich der drittgrößte Energiekonzern der USA. Im Raffineriegeschäft jenseits des großen Teichs ist das neue Gespann gar die Nummer eins. In Österreich ist der neue Riese am Tankstellenmarkt mit der Marke Jet vertreten.

35 Milliarden Dollar

Die Transaktion hat einen Wert von 35 Mrd. Dollar (40 Mrd. EURO/550 Mrd. S). Auch beim Auftanken entsteht ein globaler Player. Phillips hat in den USA 12.000 Tankstellen, Conoco kommt in Europa, den USA und Thailand auf 7000. Insgesamt hat der neue Riese 19 Raffinerien in den USA, Großbritannien, Irland, Deutschland, Malaysia sowie zwei Verarbeitungsanlagen in Tschechien. In der Ölförderung ist Conoco-Phillips in Nordamerika (Alaska, Kanada), der Nordsee, im Nahen und Fernen Osten (Indonesien China, Vietnam) sowie in Venezuela, Russland und im Kaspischen Meer präsent. Beide Konzerne erwarten aus der Fusion Einsparungen von über 750 Mio. Dollar pro Jahr. Der Zusammenschluss muss noch von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden.

Conoco-Vorsitzender Archie Dunham, der seinen ursprünglich geplanten Rückzug nun verschieben muss, soll bis 2004 Vorsitzender der neuen Firma sein. Phillips-Vorsitzender James Mulva wird zunächst Aufsichtsratspräsident der neuen Firma, bevor er 2004 den Posten als Vorsitzenden übernimmt.

Weltweit steigt ConocoPhillips basierend auf Reserven und Förderung zum sechstgrößten Öl- und Gaskonzern auf. Mit einer täglichen Raffineriekapazität in den USA von 2,23 Mio. Fass täglich lässt das Unternehmen Exxon Mobil klar hinter sich.

Mit dem Deal wollen beide Konzerne ihre Position als globaler Player ausbauen und das Wachstumstempo beschleunigen. Die Fusion Conoco-Phillips ist der bis jetzt letzte Konsolidierungsschritt der Branche, nach dem die britische BP den US-Konzern Arco übernommen und Exxon mit Mobil sowie Chevron mit Texaco fusioniert haben.

Öl wird immer billiger

Der anhaltende Streit zwischen der Opec und Russland um eine Förderkürzung hat den Ölpreis weiter fallen lassen. Er durchbrach am Montag die Marke von 17 Dollar, das ist der tiefste Stand seit zweieinhalb Jahren. Am Freitag hatte ein Fass 17,75 Dollar gekostet. (Reuters, Bloomberg, DER STANDARD, Printausgabe 20.11.2001)

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