ZDF-Intendant Stolte rechnet mit dem Verschwinden von Fernsehsendern

18. November 2001, 21:48
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Deutsche Fernsehsender bald in Existenznot?

ZDF-Intendant Dieter Stolte rechnet damit, dass einige private Fernsehsender noch in diesem Jahrzehnt zum Aufgeben gezwungen sein werden. Einem Bericht des Düsseldorfer "Handelsblatts" (Montagausgabe) zufolge erwartet er, dass die unaufhörlich steigenden Preise für Sportübertragungsrechte sowie sinkende Werbeeinnahmen deutsche Fernsehsender schon bald in Existenznot bringen dürften. Einige werbefinanzierte Sender würden verschwinden, weil sie sich auf Dauer nicht rentierten.

Die Schwächsten zuerst

Die Sender mit den schwächsten Programmprofilen werde es als erste treffen, sagte Stolte in einem Interview. Er kritisierte die Preisentwicklung bei Sportrechten als schädlich für alle Sender. "Das Ende der Preisspirale wird dann erreicht sein, wenn die ersten Sender Pleite gehen", sagte er nach Angaben des Blattes.

Kein "Bedarf für weitere 150 TV-Programme"

Digitalfernsehplänen der neuen Kabelnetzbetreiber Callahan und Liberty Media räumt Stolte dem Bericht zufolge keine große Chance ein: "Am Ende wird man feststellen, dass es bei 35 frei empfangbaren Fernsehsendern keinen Bedarf für weitere 150 TV-Programme gibt." Entscheidend sei nicht das Geld, das der Zuschauer für zusätzliche TV-Angebote zahlen müsse, sondern die Zeit, die er fürs Fernsehen aufbringen könne. (APA/AP)

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