Neue afghanische Regierung könnte in der UNO-City ausgehandelt werden

18. November 2001, 20:45
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Chance für Wien als Konferenzort

Taschkent/Kabul - Die inzwischen weite Teile Afghanistans beherrschende Nordallianz hat zugestimmt, dass die Verhandlungen über die künftige Regierung auf neutralem Boden stattfinden. Nach anfänglichem Beharren auf Kabul als Konferenzort sagte ihr Außenminister Abdullah Abdullah am Sonntag in Taschkent, alle von der UNO vorgeschlagenen Treffpunkte in Deutschland, Österreich oder der Schweiz seien für das Bündnis akzeptabel.

US-Botschafter James Dobbins sagte, er habe Abdullah die Dringlichkeit eines Treffens aller Volksgruppen deutlich gemacht.

Amerikanische und britische Spezialeinheiten konnten nach einem Bericht der britischen Sunday Times die Suche nach Bin Laden in Afghanistan auf ein Gebiet von 78 Quadratkilometer einengen. Die Zeitung berichtete, Elitesoldaten seien von Hubschraubern in ein Gebiet südlich der Stadt Kandahar verlegt worden, um zu verhindern, dass Bin Laden ins nahe Pakistan entkommen könne.

In Talokan bekräftigte der Nordallianz-Kommandant Mahidullah, dass die Taliban-Kämpfer in der nordostafghanischen Stadt Kundus zur Aufgabe bereit seien und ihre Kapitulation angeboten hätten. Die Stadt Kundus ist seit Tagen von Mudjahedin der Nordallianz eingeschlossen, die Stellungen der Taliban wurden auch am Sonntag von Kampfflugzeugen der USA bombardiert. Kundus ist die letzte große Stadt im Norden Afghanistans, die noch von den Taliban gehalten wird.

Der Sohn des in den USA als Terrorist verurteilten blinden Scheichs Omar Abdel Rahman ist Zeitungsberichten zufolge in Afghanistan in die Hände amerikanischer Soldaten gefallen oder getötet worden. Ahmed Abdel Rahman sei auf der Flucht nach Kandahar festgenommen worden, hieß es. (red/DER STANDARD, Print, 19.11.2001)

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