Porr verstärkt Engagement in Polen

19. November 2001, 12:31
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Über Tochter Einstieg in den Spitalssektor - Milliardenprojekt in Niederschlesien

Der österreichische Baukonzern Porr erweitert seine Fundamente in den Reformländern. Das Unternehmen steigt über seine Tochter UBM in den polnischen Spitalssektor ein. Über ein Public-Private-Partnership-Modell errichtet Porr gemeinsam mit der Kommunalverwaltung ein 500-Betten-Krankenhaus in der niederschlesischen Metropole Wroclaw (Breslau). Das Projektvolumen beträgt rund 75 Mio. EURO (1,03 Mrd. S).

"Die Entwicklung wird rund ein Jahr dauern, in drei Jahren soll das gesamte Projekt fertig sein", sagte UBM-Vorstand Karl Bier bei der Unterzeichung des Memorandum of Unterstanding mit der Stadtverwaltung Wroclaw, die unter anderem das Grundstück zur Verfügung stellt. Die Schlüsselübergabe soll in vier Jahren erfolgen. Partner der Porr-Gruppe im Rahmen des Gemeinschaftsunternehmens ist die Wojwodschaft (Bezirkshauptmannschaft) Niederschlesien.

Weil der heimische Baukonzern selbst nicht als Krankenhausbetreiber auftreten wolle, habe man bereits eine Absichtserklärung mit dem österreichischen Spitalsbetreiber HumanaMed unterschrieben. HumanaMed bewirtschaftet in Österreich insgesamt fünf Privatkliniken. Darüber, ob UMB sich Anteile am Projekt behalten werde, könne erst nach dem Vorliegen der ersten Betriebsergebnisse entschieden werden.

Den neuen Auftrag in Polen habe die Reform des Gesundheitswesens ermöglicht, erläuterte Bier. Die Schaffung leistungsbezogener Vergütungsregeln sowohl für ambulante medizinische Leistungen als auch für stationäre Spitalsaufenthalte habe die Tür für private und öffentliche Anbieter im Gesundheitsbereich aufgestoßen, sagte der UBM-Vorstand. Neben Planung und Errichtung des Krankenhauses sei das Gemeinschaftsunternehmen auch für die Einrichtung und die Schulung des Spitalspersonals zuständig.

Mit der Verbreiterung des Auftragssegments verstärkt Porr sein Engagement in Polen, einem der wichtigsten Märkte in den Reformländern. In Wroclaw errichtet das Unternehmen derzeit ein neues Hotel, die Investitionskosten belaufen sich auf 330 Mio. S. Im Sommer hat das Unternehmen auch mit dem Bau eines Hotels in Krakau (Kosten 410 Mio. S) begonnen. Beide Projekte werden für Radisson SAS entwickelt.(Clemens Rosenkranz aus Wroclaw/Breslau, Der Standard, Printausgabe, 19.11.2001)

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