RHI: Chapter-11 in USA Thema, um Asbestproblem zu entschärfen

18. November 2001, 18:29
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Totalrückzug der RHI aus USA schwer vorstellbar

Wien - Das Asbestproblem in den USA, das den börsenotierten österreichischen Feuerfestkonzern RHI Milliarden kostet, habe sich nach Abschluss des US-Deals "wirklich dramatisiert", sagt Georg Obermeier, vorzeitig abberufener Vorstandschef der RHI, im "Format". Er bestätigt in dem Magazin, dass "Chapter 11 für Teilbereiche ein Thema" sei, um das Asbestproblem zu entschärfen.

Chapter 11 ist eine amerikanische Form des Ausgleichs, mit der sich eine von hohen Forderungen bedrohte Gesellschaft unter vorläufigen Gläubigerschutz stellt. RHI ist in den USA wie berichtet mit hohen Schadenersatzforderungen von Asbest-Geschädigten konfrontiert.

Die Schadensfälle seien entgegen allen Prognosen "sprunghaft" angestiegen, so Obermeier. Immer mehr Anwälte, die ein Geschäft wittern würden, setzten sich drauf.

14 Werke schließen oder verkaufen

Gleichzeitig müsse die RHI von ihren 27 US-Werken 14 schließen oder verkaufen, weil die Umsätze in den USA um 25 Prozent eingebrochen seien. Es sei alles recht kompliziert. Da die richtige Konstruktion zu finden, um nicht auf Haftungen sitzen zu bleiben oder falsch zu investieren, sei sehr schwer.

Tatsache sei, dass es die Asbestbedrohung gebe und dass "auch die operativen Resultate nicht passen", sagt Obermeier in dem Interview zum US-Engagement. Den Schluss daraus könne jeder für sich ziehen.

Auf die Frage, ob die einzige Rettung des RHI-Konzerns der Totalausstieg aus den USA wäre, meinte Obermeier, "ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sich der Feuerfestweltmarktführer aus diesem wichtigen Markt ganz zurückzieht". Auf der anderen Seite gebe er zu, "die Schwierigkeiten sind massiv". Wie tief die Schnitte ausfallen, müsse sein Nachfolger Helmut Draxler entscheiden. (APA)

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