Rabbani: Briten nicht zum Abzug aufgefordert

18. November 2001, 16:58
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Afghanischer Präsident dementiert Berichte über Zerwürfnis

Kabul/London - Die britische Regierung und der amtierende afghanische Präsident Burhanuddin Rabbani haben am Sonntag Berichte zurückgewiesen, wonach Mitglieder der Nordallianz die britischen Soldaten zum Verlassen des ehemaligen sowjetischen Luftstützpunkts Baghram bei Kabul aufgefordert haben sollen. In einem BBC-Interview erklärte der britische Innenminister David Blunkett, die meisten Anführer der Nordallianz hätten bisher "die begrenzte Intervention" begrüßt. Rabbani, der am Samstag nach Kabul zurückgekehrt war, stellte seinerseits klar, dass die Briten nicht zum Abzug aufgefordert seien.

Am Samstag hatte es geheißen, die Nordallianz habe Großbritannien aufgefordert, die meisten der am Donnerstag in Baghram gelandeten hundert Elitesoldaten wieder abzuziehen. Es sei beschlossen worden, dass nur 15 von ihnen für humanitäre Aufgaben auf dem Stützpunkt bleiben dürften. Außenminister Abdullah Abdullah habe darüber mit seinem britischen Kollegen Jack Straw gesprochen, und es werde noch weitere Verhandlungen geben, hieß es. Der Sieg über die Taliban mache die Präsenz ausländischer Truppen in Afghanistan überflüssig, hatte Verteidigungsminister General Mohammed Fahim gemeint. Nach einem Bericht des "Daily Telegraph" soll London die Entsendung von weiteren 6000 Soldaten nach Afghanistan planen. (APA/AP/Reuters)

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